Die Bahn-AG im Aktionsbündnis PRO Regionalverkehr Osthavelland


Wer wir sind

Das Aktionsbündnis PRO Regionalverkehr Osthavelland ist ein Zusam­menschluss von
Pendler-Initiativen im Umfeld der Bahnhöfe zwischen Berlin-Spandau und Nauen. Unser Ziel ist im Interesse der Fahrgäste dazu beizutragen, das bestehende SPNV-Angebot weiter zu verbessern. Das Aktionsbündnis ist überparteilich, arbeitet aber eng mit Kommunal­politikern unterschiedlicher Parteien zusammen,
die unsere Ziele unter­stützen.

Das Aktionsbündnis wird getragen von der Arbeitsgruppe Bahn des Bür­gervereins Finkenkrug, dem Offenen
Arbeitskreis Bahn & Nahverkehr Brieselang, Bürger für Brieselang, Verkehrsinitiative der Bahnpendler Seegefeld-Albrechtshof und von der Bürgerinitiative Spandauer Ver­kehrs­belange 73.

Unsere Kernforderungen:

– Eine mindestens halbstündige schnelle RB-Verbindung von allen Bahnhöfen im Osthavelland (Nauen, Brieselang, Finkenkrug, Seegefeld, Albrechtshof) zur Berliner City, ergänzt durch die RE-Züge aus Richtung Wittenberge (RE2) und Neuruppin (RE6), die derzeit nur am Bahnhof Falkensee halten. Unter „schnell“ verstehen wir eine Fahrzeit von Brieselang bis Berlin-Hbf. von nicht länger als etwa 30 Minuten, von Falkensee bis Hbf nicht länger als etwa 20 Minuten.

– Perspektivisch möglichst Ausbau wenigstens in den Hauptverkehrszeiten zu einem 20-Minuten-Takt (evtl. unter Ein­beziehung von zusätzlichen RE2-Halten zumindest in Brieselang und Fin­kenkrug, im Fall der RE6 möglichst auch in Seegefeld und Albrechtshof.

– Diese Verbindungen sollten möglichst alternierend zwischen einer Anbindung an die Stadtbahn (mit Halten in Charlottenburg, Zoo, Hbf, Friedrichstraße, Alex, Ostbahnhof bzw. idealerweise Durchbindung weiter östlich nach Schönefeld o.a.) und der Route über Jungfernheide, Hbf, Potsdamer Platz angeboten werden.

– Kombiniert werden sollte dies mit guten RB-/RE-Anschlüssen in Spandau an die jeweils andere Route in Richtung Berlin-Mitte.

– Zur Kapazitätsverbesserung befürworten wir mittelfristig den Bau eines dritten (Regional­bahn-) Gleises zwischen den Bahnhöfen Spandau und Nauen, mindestens zwischen Albrechtshof (besser auch bereits östlich Albrechtshof) und Nauen. In Erwägung gezogen werden sollte auch der Bau eines vierten Gleises, um einen Richtungsverkehr im SPNV ohne Einbeziehung der ICE-Gleise zu ermöglichen (evtl. stufenweiser Ausbau möglich). Ausdrücklich begrüßen wir in diesem Zusammenhang das Ausbaukonzept des Deutschen Bahnkundenverbandes / Havelland vom September 2014.

– Eine mögliche Kappung von Regionalbahnlinien in Spandau (oder gar Falkensee) lehnen wir als drastische Verschlechterung des SPNV-Angebots entschieden ab.

– Ebenso setzen wir uns ein für den Erhalt und Ausbau des RE/RB-Angebots von Wuster­mark, Elstal, Dallgow-Döberitz und Berlin-Staaken zur Berliner City. Perspektivisch ist auch hier ein Halbstundentakt durch Verlängerung der RB13 zumindest in nachfragestarken Zei­ten anzustreben.

– Wir begrüßen die bislang klare Positionierung des Landes Brandenburg zugunsten eines Erhalts und soweit möglich Ausbaus des RB-/RE-Angebots statt einer teuren und wegen langsamer Fahrzeiten unattraktiven S-Bahn-Verlängerung. Dabei sollte es auch bleiben.

– Auch in Randzeiten sowie am Wochenende sind gute Verbindungen sicherzustellen – mindestens ein Halbstundentakt bis 23.00 Uhr (evtl. durch zusätzliche RE2/RE6-Halte in nachfrageärmeren Zeiten wie nach 21.00 Uhr oder am Samstag-/Sonntagmorgen in Verbindung mit einem RB-Stundentakt zu diesen Zeiten).

– Wir dringen auf möglichst ausgewogene Taktzeiten (also z.B ein 30-Minutentakt, kein 20/40-Minutentakt) der RB-Züge zwischen Nauen und Berlin

– Anzustreben sind bessere und schnellere Verbindungen vom Osthavelland in die Landeshauptstadt Potsdam und zum Universitätsstandort Golm.

– Wichtig sind uns auch gute Verbindungen zum künftigen Flughafen BER.

– Die RE 6 sollte weiterhin zumindest in den Hauptverkehrszeiten über Berlin-Spandau hinaus bis Berlin-Gesundbrunnen geführt werden.

Benno König

Verlängerung der S-Bahn von Berlin-Spandau nach Nauen – Umfrage des Bündnisses PRO Regionlaverkehr Osthavelland unter der Landratskandiaten/-innen

Das Aktionsbündnis PRO Regionalverkehr Osthavelland von Pendler-Initiativen aus Brieselang, Finkenkrug, Seegefeld und Berlin-Spandau hat den Kandidaten der Parteien für die Landratswahl am 10. April 2016 Fragen zum Thema Bahn gestellt. Antworten erhielten wir von Roger Lewandowski (CDU), Martin Gorholt (SPD), Petra Budke (Grüne) und Raimond Heydt (Piraten).

HIer zunächst eine Zusammenfassung, im Anschluss folgen die einzelnen Fragen mit den Antworten der Kandidaten:

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Deutlich schlechtere Bahnanbindung von Finkenkrug ab Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2015

Der Fahrplanwechsel ab 14. Dezember 2015 bringt für Finkenkrug und Brieselang deutliche Nachteile mit sich. Es fahren zwar weiterhin zwei Züge pro Stunde – aber von beiden Haltepunkten im Abstand von nur 19 Minuten, in Finkenkrug um x.19 und x.38. Dadurch entsteht ein 19/41-Minuten-Takt. Auf dem Rückweg vom Hauptbahnhof nach Finkenkrug ergibt sich mit Abfahrtzeiten um x.15 und x.37 ein 22/38-Minuten-Takt. Die Umsteigemöglichkeiten von und auf die Regionalexpresse der Linien 2 und 4 entfallen. Damit sind auch Jungfernheide und Bahnhof-Zoo ohne die S-Bahn nur noch im Stundentakt erreichbar. Zwischen 22.37 und 23.37 Uhr gibt es vom Hauptbahnhof künftig keinerlei Verbindung mehr nach Finkenkrug.

Gemeinsam mit den Brieselanger Pendlerinnen und Penlern sollten wir das nicht hinnehmen! Die Bahn-AG des Bürgervereins ruft daher alle Finkenkruger Pendlerinnen und Pendler auf, ihre Anregungen zu einer besseren Bahnanbindung auf der Seite https://www.falkensee-bewegt-sich.de/verkehrsentwicklungsplan-falkensee einzustellen und sich an der Online-Petition der Bürger für Brieselang zu beteiligen:
https://www.openpetition.de/petition/online/fuer-eine-bedarfsgerechte-regionalbahnanbindung-von-brieselang-und-finkenkrug.

Zudem werden wir gemeinsam mit unseren Mitstreitern in Gesprächen mit dem VBB und der Deutschen Bahn versuchen, für die zukünftigen Fahrplanwechsel Verbesserungen zu erreichen und nach Möglichkeit wieder zum 30-Minutentakt zurückzukehren.

Keiner der Bürgermeister-Kandidaten will Buchners S-Bahn-Pläne – Fragen und Antworten zum Thema Bahn

Von Benno König

Befragung zeigt große Sympathie für Regionalbahnausbau – Manche Bewerber 

zweifeln aber an Umsetzbarkeit

In einem Punkt sind sich alle fünf Falkenseer Bürgermeister-Kandidaten beim Thema einig: Eine S-Bahn-Verlängerung bei gleichzeitigem Wegfall der Regionalbahn-Angebote, wie es Berlins S-Bahn-Chef Peter Buchner ins Gespräch gebracht hatte, soll es nicht geben. Das ist ein Ergebnis der Kandidaten-Befragung durch das Aktionsbündnis PRO Regionalverkehr Osthavelland, das in Falkensee unter anderem vom Bürgerverein Finkenkrug mitgetragen wird. Auch der Ausbau der Regionalbahn-Strecke durch ein drittes oder viertes Gleis stößt auf große Sympathie. Allerdings zweifeln einige Kandidaten hier an der Umsetzbarkeit.

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Stellungnahme Aktionsbündnis PRO Regionalverkehr Osthavelland

Im September 2014 hat der Deutsche Bahnkundenverband (DBV),
Regionalverband Havelland, ein Konzept für den Ausbau der Bahn­strecke
Berlin-Spandau – Nauen vorgelegt. Zu diesem Konzept möchten wir im Namen der
Bahnpendler in Falkensee, Brieselang und Spandau wie folgt Stellung nehmen:

Grundtenor: Wir begrüßen sehr das Vorhaben, die Strecke Berlin-Span­dau
– Nauen durch einen – möglicherweise stufenweisen – viergleisigen Ausbau weiter
zu ertüchtigen. Dies würde perspektivisch engere Takt­zei­ten im SPNV auf
dieser sehr stark nachgefragten Strecke ermöglichen und gegenseitige
Behinderungen zwischen dem SPNV einerseits und dem Personen-Fernverkehr sowie
auch dem Güterverkehr (letztlich vor allem außerhalb des Berliner Außenrings)
stark reduzieren. Wir begrü­ßen auch ausdrücklich, dass der DBV dabei eine
S-Bahn-Verlängerung über Berlin-Spandau hinaus nach Falkensee aus guten Gründen
(gebrochener Verkehr, unattraktiv lange Fahrzeiten) ablehnt, gleichwohl aber
hinsichtlich der Taktzeiten und der Beförderungskapazitäten einen SPNV-Verkehr
auf S-Bahn-Niveau ermöglichen will.

 Streckenführung: Die durchgehende Umsetzung eines jeweils zweiglei­sigen
Richtungsverkehrs mit pro Richtung je einem Gleis für den Fern­verkehr und für
den SPNV erscheint uns mit Blick auf einen effektiven Betriebsablauf sehr
sinnvoll. Der dafür erforderliche Aufwand dürfte auch aufgrund vor­handener
Vorarbeiten im Falkenseer Bereich und nur gerin­ger von ei­nem solchen Ausbau
betroffener Bebauung vertretbar sein. Eine gemeinsame Gleis­nutzung durch SPNV
und Fernverkehr würde es (von dann vorhandenen Ausweich­mög­lichkeiten etwa bei
Störungen ein­mal abgesehen) nur noch im Bereich des Bahn­hofs Spandau sowie
unmittelbar westlich davon geben. Auch dort würde es aber deutliche
Verbesserungen geben, soweit dies die Kon­struktionsweise des Bahnhofs zulässt.

 Knotenpunkte und Bahnhöfe: Das Bahnhofs-/Haltepunktangebot auf der
gesamten Strecke bliebe weitgehend erhalten, derzeit noch oft notwendige
Wartezeiten von Zü­gen wegen Überholungen durch Fernzüge würden aber entfallen.
Ausnahmen sind der neue Haltepunkt Klosterbuschweg, womit der DBV Wünschen des
Bezirks Span­dau entgegenkommt, sowie im Gegenzug die Zusammenlegung der
Haltepunkte See­gefeld und Albrechtshof. Hier sollte die genaue Lage des neuen
Haltepunkts aus unserer Sicht so gewählt werden, dass dies dem Bedarf der
Fahrgäste der beiden bisherigen Haltepunkte sowohl Seegefeld wie auch
Albrechtshof am besten gerecht wird. Neue – notgedrungen aufwändige –
Überführungsbauwerke sieht der DBV west­lich des Bahnhofs Spandau bei der
Trennung von Hamburger und Lehrter Bahn so­wie am Bahnhof Nauen vor. Beide
dürften allerdings auch erheblich zu einem bes­se­ren Betriebsablauf beitragen.

 Fazit: Das Aubaukonzept des DBV-Regionalverbands Havelland wird von
unserer Ini­tiative PRO Regionalverkehr Osthavelland in seiner Zielsetzung und
Grundidee aus­drücklich unterstützt. Wir sprechen uns daher dafür aus, dieses
hinsichtlich von Auf­wand und Nutzen wohlwollend zu prüfen und möglichst
zeitnah umzusetzen. Auf die­se Weise ließe sich nach unserer Überzeugung der
umweltfreundliche SPNV fördern und eine Zunahme des Autoverkehrs zwischen
Berlin und dem Havelland vermeiden. PRO Regionalverkehr Osthavelland ist ein
Zusammenschluss mehrerer Pendler­ini­tia­tiven zwischen Spandau und Brieselang.

Benno König

 

Aktuell + Aktuell + Aktuell + Stellungnahme des Regionalbündnisses Pro zum Bundesverkehrswegeplan 2030

Liebe Mitglieder und Freunde des Bürgervereins,

erstmalig wird der neue Bundesverkehrswegeplan 2030 zur öffentlichen Diskussion gestellt. Bereits zur Grundkonzeption können Bürgerinnen und Bürger unter www.bmvbs.de bis zum 15. März 2013 ihre Meinung äußern.
Auch Sie können das tun.

Das Aktionsbündnis PRO Regionalverkehr Osthavelland, das getragen wird von:
Offener Arbeitskreis Bahn & Nahverkehr Brieselang
Bürger für Brieselang
Bürgerverein Finkenkrug e.V.
Verkehrsinitiative der Bahnpendler aus Segefeld/Albrechtshof
Bürgerinitiative Spandauer Verkehrsbelange 73

hat bereits in der vergangenen Woche gegenüber dem
Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg die nachfolgende Stellungnahme abgegeben. PRO wird eine entsprechende Stellungnahme auch gegenüber dem Bundesverkerhsministerium abgeben. Hier unsere Stellungnahme:

Stellungnahme des Aktionsbündnisses Pro Regionalverkehr Osthavelland zum Bundesverkehrswegeplan/Bedarfsplan 2030:

Wir beziehen uns auf die im Entwurf des „Maßnahmenplans Schiene“ vorgesehene Maßnahme „Hamburg-Berlin – Kapazitätserhöhung durch Verlängerung bzw. Neubau von Überholgleisen“. Hintergrund ist die Planung der Bahn AG, den Güterverkehr vom Berliner Außenring Richtung Hamburg weiter auszubauen. Die Maßnahme lässt sich aus unserer Sicht auch für eine Verbesserung des SPNV-Angebots nutzen.

Im Raum westlich von Berlin (Osthavelland) kommt es heute bereits auf der Strecke Berlin-Hamburg zu erheblichen Konflikten zwischen Personenfernverkehr, Personennahverkehr und Güterverkehr. Diese werden sich deutlich verschärfen, wenn die Bahn den Güterverkehr noch weiter ausbaut und ggf. auch im Fernverkehr zwischen Berlin und Hamburg weitere Verdichtungen geplant werden.

Zudem wachsen die osthavelländischen Gemeinden weiter dynamisch, so dass künftig auch ein verdichteter Personenregionalverkehr erforderlich sein wird. Das Land Brandenburg hat kürzlich festgelegt, dass es auf den Bau einer S-Bahn über Spandau hinaus nach Falkensee bis auf Weiteres verzichten will (auch im Kreisnahverkehrsplan Havelland ist dieses Vorhaben nicht mehr enthalten).

Damit wird Brandenburg auch nicht an den Bund mit einer entsprechenden
Finanzierungsforderung herantreten. Gleichwohl ist die Versorgung der
Bevölkerung mit einer leistungsfähigen Schienennahverkehrsanbindung an Berlin notwendig (cf. Landesnahverkehrsplan Brandenburg 2013-2017, S.42: „Das Umland ist mit Berlin schnell und in einem dichten Takt zu verknüpfen.“).

Die Anzahl der Pendler wächst stetig. Andere Radialverbindungen Berlins haben eine doppelte Bestückung mit Regional- und S-Bahnverkehr. Will man für die „Hamburger Bahn“ auf die S-Bahn verzichten – was wir wegen der höheren Geschwindigkeit des Regionalverkehrs eindeutig unterstützen – muss die Leistungsfähigkeit des Personennahverkehrs umso mehr in den Blickpunkt rücken.

Derzeit werden auftretende Konflikte meistens zu Lasten des Personenregionalverkehrs gelöst. Die Belegung der Gleise durch Fernverkehrs- und Güterzüge führt dazu, dass sinnvolle und verlässliche Taktungen des Regionalverkehrs schwierig sind. notwendige Verdichtungen des Regionalverkehrs nicht realisiert werden, die heute vorhandenen Regionalverbindungen oft Verspätungen aufweisen, sehr oft wegen Überholungen durch den Fernverkehr.

Das Ziel, durch einen Streckenausbau eine stärkere Trennung von Personen- und Güterverkehr zu ermöglichen, wird von uns grundsätzlich begrüßt. Mit einer reinen Verlängerung bzw. einem Neubau von Überholgleisen würde der bestehende Konflikt aber letztlich gelöst, ohne den Personenregionalverkehr zu stärken, im Gegenteil: Auf Überholung durch Fernzüge in verlängerten Bahnhofsgleisen wartende Güterzüge können eine erhebliche und zusätzliche Beeinträchtigung des
Personennahverkehrs darstellen. Auf verspätete Fern- und Güterzüge in Bahnhöfen wartende Regionalzüge fahren selber Verspätungen ein und verpassen ihre Anschlüsse.

Die mit zusätzlichen Güterverkehren einhergehenden Lärm- und Umweltbelästigungen sind jedoch für die Bevölkerung in Brandenburg, besonders im verdichteten Osthavelland, nur zumutbar, wenn es nicht auch noch zu weiteren Beeinträchtigungen im Personenregionalverkehr kommt.

Notwendig ist deshalb eine stärkere Trennung auch des Regionalverkehrs vom Personenfernverkehr. Deshalb sollten nicht nur Verlängerungen bzw. Neubauten von Überholgleisen, sondern ein vollständiger Neubau eines zumindest dritten Gleises zwischen Berlin und Nauen, ggf. sogar darüber hinaus, vorgesehen werden. Zwischen Berlin-Spandau bzw. -Albrechtshof und Nauen sind dafür bereits Trassen vorgesehen und zum Teil vorbereitet.

Am sinnvollsten wäre aus unserer Sicht ein stufenweiser Ausbau, orientiert an einer Bedarfsanalyse, mit dem erklärten Ziel, auch den schienengebundenen öffentlichen Personennahverkehr zu stärken. Begrenzten Mehrkosten stünden dabei gesamtwirtschaftliche Vorteile durch einen störungsärmeren SPNV, kürzere Fahrzeiten sowie eine höhere Attraktivität der Bahn im Vergleich zum Autoverkehr gegenüber.

Der Ausbau könnte entlang folgender Stufen erfolgen:
– Verbindung der Bahnhöfe Falkensee – Finkenkrug – Brieselang durch ein drittes Gleis nördlich der bestehenden Trasse (Vorarbeiten bereits vorhanden, z.B. Brücken).
– Drittes Gleis nördlich der bestehenden Trasse zwischen dem
Abzweig zur „Lehrter Bahn“ und Falkensee. (Falls Berlin auf seinem Gebiet die S-Bahn verlängern will, kann der Beginn des 3. Gleises unmittelbar westlich des Endpunktes der S-Bahn erfolgen, z.B. ab Stadtgrenze. Dies wäre allerdings die schlechtere Lösung).
– Drittes Gleis zwischen Brieselang und Nauen.

Diese Maßnahmen – besonders Punkt 1. und 2. – wären mit begrenztem Aufwand relativ schnell umsetzbar. Perspektivisch wäre zu prüfen, ob auch ein viergleisiger Ausbau der Strecke sinnvoll ist, um eine vollständige Trennung von Regional- und Fernverkehr in beiden Richtungen zu ermöglichen. Auch hier hätte aus unserer Sicht die Strecke zwischen Spandau und Brieselang bzw. Nauen Priorität.
Um den Aufwand zu begrenzen, kämen – vor allem westlich von Nauen – alternativ zu einem vierten Gleis auch weitere Überholmöglichkeiten in Frage.

In Verbindung mit einem Streckenausbau könnte geprüft werden, ob statt der bestehenden Haltepunkte Seegefeld und Albrechtshof, die sehr eng beieinander liegen, nicht, in Abstimmung mit den Betroffenen, ein neuer Haltepunkt dazwischen (etwa auf Höhe der Seeburger Straße) gebaut werden sollte. Alternativ zu einer S-Bahnverlängerung auf Berliner Gebiet könnte dafür ein weiterer Regionalbahn-Haltepunkt in Höhe Hackbuschstraße entstehen, um die Wohngebiete dort besser an den SPNV anzubinden, ohne mit großem Aufwand eine
neue S-Bahn-Trasse bauen zu müssen.

Das Aktionsbündnis Pro Regionalverkehr Osthavelland ist ein Zusammenschluss mehrerer Initiativen von Bahnpendlern an den SPNV-Strecken von Berlin-Spandau nach Nauen sowie nach Rathenow.

Ansprechpartner:
Benno König

+++Bahn-AG aktuell+++ Ab Mitte Dezember wieder Halbstundentakt ab Bahnhof Finkenkrug

Oft wird die Bahn kritisiert – diesmal ist jedoch der Ausblick auf den am 15. Dezember anstehenden Fahrplanwechsel ausgesprochen positiv. Die wichtigste gute Nachricht für uns Finkenkruger ist, dass der Halbstundentakt der Regionalbahnen RB10 und RB14 vom Havelland nach Berlin wiederhergestellt wird. Dafür hatten sich die Bahn AG des Bürgervereins und das Bündnis PRO Regionalverkehr Osthavelland intensiv eingesetzt. Das bedeutet, dass in Finkenkrug (ebenso wie ab Brieselang, Albrechtshof und Seegefeld) nicht mehr wie derzeit zwei Züge im Viertelstunden-Abstand hintereinander her fahren, während danach eine Dreiviertelstunde lang gar nichts mehr geht.

Die konkreten neuen Abfahrtzeiten ab Finkenkrug sind x.00 Uhr für den RB10 über Jungfernheide zum Hbf und x.28 Uhr für die RB14 zur Berliner Stadtbahn (Standardzeiten werktags tagsüber – Abweichungen um einzelne Minuten sind möglich). Die Fahrzeit zum Hauptbahnhof schwankt zwischen 24 Minuten für die RB10 und 37 Minuten für die RB14, die auch Charlottenburg und Zoo ansteuert. Die Fahrzeit für die RB14 ist zugleich der Wermutstropfen – Grund ist ein mehrminütiger Aufenthalt in Falkensee.

Stadteinwärts hat die RB14 in Spandau wieder Anschluss an die RE 4 über Jungfernheide und Südkreuz. Steigt man in Spandau um, erreicht man Berlin Hbf sogar wenige Minuten schneller. Und stadtauswärts hat die RE 4 wiederum Anschluss an die RB 14.

Auf dem Rückweg erreicht die RB10 Finkenkrug um x.59 Uhr (ab Hbf x.35 Uhr) und die RB14 um x.27 Uhr (ab Hbf x.57 Uhr). In dieser Richtung benötigt die RB 14 nur 30 Minuten. Die nun günstigere Zugverteilung dürfte auch dazu führen, dass morgens mehr Pendler direkt ab Finkenkrug starten, statt sich auf die überfüllten Parkplätze im Falkenseer Zentrum zu drängeln.

Doch das ist noch nicht alles. Weil am späteren Abend die RB 10 nicht mehr regelmäßig verkehrt, lässt die Bahn künftig den Regionalexpress nach Wittenberge, der um 22.25 Uhr ab Berlin-Hauptbahnhof fährt, auch in Finkenkrug, Albrechtshof, Seegefeld und Brieselang halten. Dies mag für die (wenigen) Fahrgäste, die nach Nauen oder darüber hinaus unterwegs sind, etwas lästig sein – für uns Finkenkruger und viele andere Bahnfahrer verschwindet damit jedoch ein ärgerliches Fahrplanloch genau zu der Zeit, in der viele auf dem Rückweg von Kino, Theater, Konzert oder anderen Veranstaltungen in Berlin unterwegs sind. Für diese Verbesserung hat besonders unser Mitstreiter Detlef Hardorp lange gekämpft.

Bis Mitternacht besteht damit werktags ab Berlin zu allen Falkenseer Bahnhöfen ein ungefährer Halbstundentakt. Eine Folge dürfte auch hier sein, dass mehr Finkenkruger den hiesigen Bahnhof ansteuern, statt des sicheren Rückwegs wegen erst mit dem Auto zum Bahnhof Falkensee zu fahren. Nach Mitternacht gibt es wie bisher werktags noch eine Spätverbindung (um 0.56 Uhr ab Hbf), danach einen weiteren Spätzug nur am Wochenende.

Damit nicht genug gibt es auch noch eine dritte gute Nachricht. Ab Falkensee werden die Züge der RE6 aus Neuruppin zumindest in den Hauptverkehrszeiten wieder über Spandau hinaus über Jungfernheide bis Gesundbrunnen verlängert. Das hat zwar zu einem erheblichen Teil betriebstechnische Gründe, weil das Wenden und Parken der Triebwagen in Spandau oder im Güterbahnhof Ruhleben den übrigen Verkehr behindert, doch die Gewinner sind die Fahrgäste. Vor allem in den Norden Berlins verkürzen sich so die Fahrzeiten erheblich, zumal die RE6 praktischerweise auch noch halbstündig versetzt zur RB10 unterwegs ist, die ebenfalls Jungfernheide ansteuert.

Um das gute und schnelle Bahnangebot zwischen dem östlichen Havelland und Berlin auch künftig zu sichern, setzen sich die Bahn AG des Bürgervereins und die Initiative PRO Regionalverkehr Osthavelland (ebenso wie auch der Deutsche Bahnkundenverband) dafür ein, mittelfristig die Kapazität der Hamburger Bahn durch den Bau eines dritten und möglichst sogar vierten Gleises zwischen Berlin und Nauen zu erweitern. Jenseits von Nauen gibt es ohnehin auf dieser Strecke Ausbaupläne vor allem für den Güterverkehr, an die zugunsten des Personen-Nahverkehrs sinnvoll angeknüpft werden kann.

Im vergangenen Sommer hatte ja ein Bericht im „Tagesspiegel“ zeitweise für Aufregung gesorgt, wonach ab 2017 zusätzliche ICE-Verbindungen nach Hamburg für Engpässe auch im Raum Falkensee sorgen könnten. Auch wenn dies umgehend von der Bahn dementiert worden war (geplant ist derzeit offensichtlich lediglich der Ausbau bereits vorhandener IC/EC-Verbindungen), wäre es gut, rechtzeitig dafür Sorge zu tragen, die Streckenkapazität dem wachsenden Bedarf nicht nur des Fern- und Güterverkehrs, sondern auch an guten und schnellen Regionalzug-Verbindungen anzupassen.

Benno König
Bahn AG

Neuer Bahn-Fahrplan bringt Verschlechterung bei Taktzeiten

Zum 9. Dezember 2012 steht wieder der jährliche
Fahrplanwechsel an. Auch wenn die Grundstruktur des Vorjahres
erhalten bleibt, gibt es doch einige ärgerliche Veränderungen vor
allem bei den Taktzeiten.

Die RB14 verkehrt in Richtung Berlin künftig knapp zehn Minuten
später, in der Gegenrichtung einige Minuten früher. Dies hat zur
Folge, dass es in Finkenkrug statt eines Halbstundentaktes einen Takt
im Verhältnis etwa 15 zu 45 Minuten gibt. Zudem entfallen dadurch
die bisherigen Anschlüsse in Spandau von der RB14 zum
Regionalexpress RE4/OE4 aus Rathenow. Dies gilt umgekehrt auch für
die Gegenrichtung. Von/nach Dallgow gibt es dafür bessere Anschlüsse
zur und von der Stadtbahn. Grund für die Änderungen sind laut Bahn
Anschluss- und Taktprobleme in Berlin und im Süden Brandenburgs.

Die RE6 aus Neuruppin verkehrt ab Falkensee künftig wieder nur
noch bis Spandau, nicht bis Gesundbrunnen. Auch die
zusätzlichenFahrmöglichkeiten ab Dallgow mit der RB21 nach
Hauptbahnhof und Potsdam entfallen wieder.

Die Grundzüge des neuen Fahrplans sind (ohne Gewähr) in den
folgenden beiden Tabellen zusammengefasst. Abweichungen um einige
Minuten sind dabei im Tagesverlauf jeweils möglich. Die RB13
verkehrt nur Montag bis Freitag in den Hauptverkehrszeiten.
Einschränkungen – besonders bei der RB10 – gibt es zudem am
Wochenende und in den Tagesrandzeiten. Die exakten Verbindungen siehe
unter www.bahn.de

Da die ODEG, die ab 9. Dezembar die Regionalexpresslinien 2 und 4
(aus Wittenberge bzw. Rathenow) übernimmt, noch nicht über die von
ihr bestellten Fahrzeuge verfügt, sind Verkehrsstörungen auf diesen
Linien möglich. So sind Verspätungen wahrscheinlich, weil die ODEG
zunächst teilweise langsamere, geliehene Fahrzeuge einsetzen will.
Gerüchte, wonach auch der Halt in Falkensee deswegen zeitweise zur
Disposition stünde, wurden aber dementiert.

Bahn-Fahrplan ab 9. Dezember 2012

Züge nach Berlin

RB13

RB10

OE 2

RE 6

OE 4

RB14

Brieselang ab

57

|

|

40

Finkenkrug ab

01

|

|

44

Falkensee ab

04

13

30

48

Seegefeld ab

07

|

|

51

Albrechtshof ab

09

|

|

53

Dallgow-Döb. ab

03

40

Staaken ab

07

44

Spandau an

10 >

12 >

18

36 >

49 >

57

Spandau ab

14

19

51

59

Charlottenburg an

|

05

Zoo an

27

09

Jungfernheide an

21

56

Hbf an

26

32

01

14

Hbf ab

33

04

16

Friedrichstr an

35

18

Alex an

39

21

Potsdamer Pl. an

06

Züge von Berlin

RB14

OE 4

RE 6

OE 2

RB10

RB13

Potsdamer Pl. ab

55

Alex ab

44

19

Friedrichstr ab

48

22

Hbf an

50

58

24

Hbf ab

52

01

25

36

Zoo ab

57

31

Charlottenburg ab

01

|

Jungfernheide ab

05

41

Spandau an

07 >

12 >

39 >

46 >

Spandau ab

09

15

20

40

48

51

Albrechtshof an

13

|

|

52

Seegefeld an

14

|

|

54

Falkensee an

17

26

46

57

Finkenkrug an

20

|

00

Brieselang an

24

|

04

Staaken an

18

54

Dallgow-Döb. an

23

58

Offener Brief des Aktionsbündnisses „PRO Regionalverkehr Osthavelland“ an Bürgermeister Heiko Müller

Mit dem beiliegenden offenen Brief der Arbeitsgruppe Bahn des Bürgervereins Finkenkrug und des Aktionsbündnisses PRO Regionalverkehr Osthavelland, der der örtlichen Presse mit der Bitte um Veröffentlichung übersandt wurde, wird Bürgermeister Heiko Müller von Falkensee aufgrund wiederholt missverständlicher Äußerungen und Handlungen von unterschiedlicher Seite aufgefordert, endlich klarer als bisher in dieser Frage Stellung zu beziehen. Hintergrund ist die neu aufgeflammten Diskussion über die S-Bahn.

Falkensee, den 8. März 2009

Herrn
Bürgermeister Heiko Müller
Falkenhagener Straße 43/49
14612 Falkensee

Sehr geehrter Herr Müller,

trotz offensichtlicher Nachteile für die Falkenseer Pendler wird seit Jahren über einen möglichen Bau der S-Bahn nach Falkensee diskutiert. Durch das Bestreben Berlins, die S-Bahn-Verlängerung zumindest auf Berliner Stadtgebiet voranzutreiben, scheint das Thema neuerdings wieder an Aktualität zu gewinnen. Berlin will einen S-Bahn-Bau zumindest bis Hackbuschstraße erreichen. Weil dort keine hinreichenden Parkmöglichkeiten vorhanden sind, ist auch eine Verlängerung bis Albrechtshof im Gespräch.
Da von dort der Weg bis zum Bahnhof Falkensee nicht mehr weit ist, liegt es nahe, dass auch wieder die Verlängerung in unsere Stadt ins Auge gefasst wird.

Wir befürchten hier einen Automatismus, bei dem die Interessen der Pendler letztlich kaum noch berücksichtigt werden. Eine S-Bahn-Verlängerung würde zwangsläufig zu einer Einschränkung des RE/RB-Angebots führen. Dies würde auch nach den Ergebnissen der offiziellen Nutzen-Kosten-Untersuchung zu diesem Thema Fahrgäste zum Umsteigen von der Bahn auf das Auto veranlassen, vor allem aufgrund der unattraktiv langen Fahrzeiten der S-Bahn bis Berlin-Zentrum. Die verbliebenen RE-Züge wären dann völlig überlastet. Noch mehr Finkenkruger Pendler als jetzt schon würden sich auf die wenigen Parkplätze am verbliebenen RE-Halt Falkensee drängen. Brieselang wäre wohl ganz abgehängt, da dort derzeit keine RE-Züge halten.

Wir möchten daher unsere Position noch einmal deutlich machen: Das bestehende Bahnangebot muss erhalten und nach Möglichkeit weiter verbessert werden und zwar im Rahmen eines länderübergreifenden Berlin-Brandenburger Verkehrskonzepts. Mit einer S-Bahn könnten wir dagegen nur verlieren.

Bislang ist die Haltung der Stadt Falkensee dazu nicht klar zu erkennen. Einerseits sagen Sie, Herr Müller, dass Sie derzeit auf die Regionalbahn setzen. Andererseits gibt es immer wieder Signale aus Stadt und Landkreis, die darauf hindeuten, dass doch immer noch auf die S-Bahn hingesteuert wird. Man sehe sich beispielsweise nur die derzeitige Umgestaltung des Bahnhofs Falkensee an, wo deutlich sichtbar der Platz für ein S-Bahn-Gleis freigehalten wird. Für den Regionalverkehr wäre ein Zusatzgleis aber gerade dort nicht erforderlich, da im Bahnhofsbereich schon vier Gleise vorhanden sind.

Zwar ist uns bewusst, dass wir in Brandenburg teilweise auch von den Entscheidungen Berlins abhängig sind, doch sollten wir nicht wie das Kaninchen auf die Schlange starren, sondern selbstbewusst unsere eigenen Falkenseer Interessen vertreten.

Wir fordern Sie, Herr Müller, daher auf, in dieser Frage endlich klar Position zu beziehen – und zwar für die Interessen der Falkenseer Pendler und damit für die Regionalbahn und gegen eine S-Bahn-Verlängerung.

Mit freundlichen Grüßen

Aktionsbündnis Pro Regionalverkehr Osthavelland
AG Bahn des Bürgervereins Finkenkrug