+++++Neues zur Bahn+++++

STAND DER DINGE ZUR S-BAHN (22.11.08)

Das Thema ruht derzeit, allerdings nicht so fest, wie wir gehofft hatten. Berlin betreibt aktiv das Prüfverfahren für eine S-Bahn bis Hackbuschstraße. Sollte dieses positiv ausfallen und ein Bau der Teilstrecke vom Bund finanziert werden, sieht sich nach Informationen aus dem Landesverkehrsministerium auch Brandenburg im Zugzwang. Dann könnten also die S-Bahn-Pläne bis Falkensee wieder aus der Schublade geholt werden, um Fördermittel des Bundes nicht verfallen zu lassen. Dagegen steht das bisherige Prüfergebnis, wonach ein Weiterbau der S-Bahn bis Falkensee wegen damit verbundener Einschränkungen beim Regionalverkehr für Fahrgäste im Havelland mehr Nach- als Vorteile brächte. Vorerst geht Brandenburg aber auch in der mittelfristigen Planung vom Status Quo aus, also vom bestehenden RB/RE-Angebot.

NEUER FAHRPLAN (ab 14.12.08)

Der neue Fahrplan bringt eine Reihe kleinerer Veänderungen. Ab 14. Dezember fährt die RE4 ab Falkensee stadteinwärts früher ab und zwar um xx.14 Uhr. RB14 und RB10 verschieben sich ebenfalls nach vorne, aber nur minimal (RB 14 xx.02 Uhr ab Finkenkrug, RB 10 6.33, 7.36, 8.29, 9.35 …). In der Gegenrichtung fährt die RE4 später (Falkensee an xx.45 Uhr, was allerdings ungefähr der bisherigen, realen Ankunftszeit entspricht). Die RB14 bleibt wie gehabt (Finkenkrug an xx.56 Uhr), die RB 10 ungefähr auch (Finkenkrug an xx.27 Uhr bis xx.30 Uhr). Anschlüsse in Spandau bleiben offenbar weitgehend wie bisher. Die lästige Lücke stadtauswärts gegen 18.00 Uhr wird geschlossen (RE2 zu RB10). Wer nach Dallgow fährt: Es gibt eine zusätzliche RB13 zwischen 19.30 und 20.00 Uhr (Dallgow-Döberitz an 19.53 Uhr). Die von uns wiederholt geforderten zusätzlichen RE6-Halte am Wochenende morgens in Finkenkrug stadteinwärts gibt es leider weiterhin nicht (außer einer RE4 um 6.24 Uhr).

Deutliche Verbesserungen gibt es für Finkenkrug im Busverkehr: Die Linie 653 fährt ab 14. Dezember werktags tagsüber halbstündlich (also fast doppelt so oft), am Wochenende immerhin stündlich (bisher zweistündlich). Die bisher nur gelegentlich verkehrende 654 fährt stündlich auf einer neuen Linie quer durch Finkenkrug und dann über die Finkenkruger Straße nach Falkensee Bahnhof.

BAUARBEITEN 2009

Wie schon bekannt gibt es von Anfang März bis Mitte Juni wegen des Austauschs von Schwellen erhebliche Einschränkungen im Bahnverkehr zwischen Spandau und Nauen. Nach der bisherigen Planung wird es in dieser Zeit nur eingleisigen Verkehr nach Baufahrplan geben – vermutlich stündlich mit RB, dazu evtl Busse. Die RE 4 dürfte entfallen, da sie ohnehin auch jenseits von Nauen nicht fahren kann – die Frage ist aber, ob sie wenigstens bis Spandau fährt (noch besser wäre Dallgow oder Wustermark mit SEV von dort nach Falkensee/Finkenkrug bzw. Brieselang/Nauen). Einzelheiten sind noch nicht bekannt.

Zudem soll es vom 20. Juni bis 4. Juli (also quasi im Anschluss) eine zweiwöchige Vollsperrung zur Streckensanierung zwischen Spandau und Charlottenburg mit der S-Bahn als Ersatzangebot geben. Nicht betroffen ist wohl die Strecke über Jungfernheide also die RE4. Auch könnten möglicherweise weitere Züge über diese Nordstrecke umgeleitet werden – im Idealfall mit Halt im Hauptbahnhof (tief). Das gilt auch für mittel-/langfristige Planungen, besonders für die Streckenausschreibung für 2012 ff. Das Land will sich wohl auch für zusätzliche RE-Halte in Finkenkrug und Brieselang einsetzen. Dies sei aber wegen enger Streckenbelegung schwierig.
Benno König

Das Aktionsbündnis PRO Regionalverkehr Osthavelland nimmt Stellung zum S-Bahn-Gutachten

Falkensee, 21. April 2008
Stellungnahme zum S-Bahn-Gutachten
(siehe auch MAZ vom 22. April 2008)
(Standardisierte Bewertung S-Bahn Falkensee)

Zentrale Aussagen:
1. Das Gutachten bestätigt, dass der Bau einer S-Bahn wegen der damit verbundenen Reduzierung des Regionalbahnangebots für die Pendler von den Bahnhöfen Nauen, Brieselang, Finkenkrug, Falkensee, Seegefeld und Albrechtshof mehr Nach- als Vorteile bedeuten würde. Grund sind die langen Fahrzeiten der S-Bahn ins Berliner Stadtzentrum.
2. Das Gutachten berücksichtigt nicht, dass sich das Regionalverkehrsangebot auf der Falkenseer Strecke in den vergangenen Jahren wieder verbessert hat. Grund sind die Einführung der RB 14 zur Berliner Stadtbahn, das schnelle Verkehrsangebot der RE 4 über Jungfernheide zum Hauptbahnhof und bessere Anschlüsse von der RB 10 in Spandau zur RE 2 aus Rathenow. Der sogenannte Ohnefall (ohne S-Bahn) ist somit attraktiver, als es im Gutachten erscheint.
3. Die sogenannte BB-Variante wird verschiedentlich dargestellt als Kompromissmodell, dass die Vorteile von S-Bahn und Regionalbahn verbinden soll. Tatsächlich bedeutet sie gravierende Verschlechterungen: Die Bahnhöfe Albrechtshof und Seegefeld würden ganz vom schnellen Regionalverkehr abgehängt, die Bahnhöfe Finkenkrug und Brieselang außerhalb der Hauptverkehrszeit, also vormittags, mittags, abends und am Wochenende.
4. Einige Verkehrsprognosen des Gutachtens sind rätselhaft. So bleibt unklar, warum durch die S-Bahn die Fahrgastzahlen ab Albrechtshof und Seegefeld massiv zunehmen sollen, obwohl sich die Fahrzeiten nach Berlin deutlich verlängern. Auch wird nicht berücksichtigt, dass viele Pendler auf die schnellen RE-Züge ab Falkensee, evtl. auch ab Dallgow-Döberitz, ausweichen dürften, um der langsamen S-Bahn zu entgehen.
5. Die Baukosten für die S-Bahn sind zu niedrig angesetzt. Das zeigen Vergleiche mit anderen Strecken und öffentlichen Projekten wie zum Beispiel dem Bau der S-Bahn nach Teltow.

Im Detail: Was das Gutachten aussagt:

Für die Fahrgäste westlich von Falkensee wäre eine S-Bahn in Verbindung mit Einschränkungen beim RB-Verkehr so unattraktiv, dass die Gutachter trotz einer ÖPNV-Investition von mindestens 50 Millionen Euro insgesamt von sinkenden Fahrgastzahlen in diesem Bereich ausgehen. Dies gilt auch für die Mitfall-Variante BB – dass diese günstiger abschneidet als die reine Mitfallvariante ergibt sich nur daraus, dass mehr Menschen noch die Chance haben, die S-Bahn zu vermeiden.

Das Fazit der Gutachter lautet: „Die beiden nutzenrelevanten Teilindikatoren der Zielträgergruppe Fahrgäste haben negative Vorzeichen (Reisezeit und Kosten). Dies bedeutet, dass die Realisierung des S-Bahn-Vorhabens, gemessen an der ÖPNV-Angebotssituation der Ohnefallvariante, im Eckwert über alle betroffenen Fahrgäste aus Sicht des Fahrgastes mehr Nachteile als Vorteile hat.“ (S.110) Diese Aussage bezieht sich zwar nur auf die reine Mitfallvariante, dafür aber auf alle Fahrgäste inkl. Berlin. Für die Brandenburger Fahrgäste gilt diese Aussage nach den genannten Daten aber auch in der BB-Variante.

Die BB-Variante ist eine Mogelpackung, wenn sie ein Nebeneinander von S-Bahn und RB-Verkehr suggeriert. Die Bahnhöfe Seegefeld und Albrechtshof würden ihren RB-Anschluss ganz verlieren, Finkenkrug und Brieselang bliebe außerhalb der Hauptverkehrszeiten nur die zeitaufwändige Option eines Umsteigens in Falkensee – einschließlich des Risikos, dort den Anschluss zu verpassen, da S-Bahnen üblicherweise nicht warten (und dies bei ohnehin störanfälligem, eingleisigem Verkehr auch nicht sinnvoll könnten). Falkensee und Nauen behielten zwar ihren RE-Anschluss, aber nur einmal pro Stunde (statt mit RB bisher 3-4-mal). Ansonsten bleibt auch hier außerhalb der Hauptverkehrszeit nur die langsame S-Bahn.

Die BB-Variante würde auch den Halbstundentakt für Finkenkrug und Brieselang zugunsten eines 20/40-Taktes aufgeben. Ein solcher ungleichgewichtiger Takt auch in der HVZ führt wegen der damit anfallenden längeren Verkehrspause erfahrungsgemäß zu einer deutlich geringeren Akzeptanz des Gesamtangebots.

„Die S-Bahn-Fahrzeiten zur Stadtbahn sind infolge der höheren Haltestellendichte wesentlich länger als mit der RB10. Die betroffenen Fahrgäste erfahren damit durch das dem Mitfall unterstellte ÖPNV-Konzept Nachteile“ (S.111) Dieser Nachteil gilt wieder in erster Linie für das Land Brandenburg.

Neben den offenbar viel zu niedrig angesetzten Baukosten (s.u.) entstünden beim Betrieb einer S-Bahn allein für den Unterhalt von Infrastruktur und Fahrzeugen Kosten von rund 1,3 Millionen Euro im Jahr. Dafür ließen sich viele Regionalbahnkilometer finanzieren. Zwar entstünden im Gegenzug auch Einsparungen von rund 950.000 Euro bei Personalkosten. Dies betrifft aber fast ausschließlich die BVG, was für Brandenburg keinen Vorteil bringt.

Eine S-Bahn ab Falkensee würde laut Gutachten in der BB-Variante über den Tag verteilt nur von rund 2000 Fahrgästen benutzt. Bei angenommenen drei Fahrten pro Stunde zwischen 04.30 Uhr und 0.30 Uhr sind das im Durchschnitt gerade 30 bis 35 Fahrgäste pro Zug, in den Nebenzeiten also noch deutlich weniger. In Seegefeld und Albrechtshof steigen die Fahrgastzahlen nur deswegen spürbar an, weil dort auch in der BB-Variante keine RB mehr verkehren soll.

Die Auslastung der S-Bahn würde in der BB-Variante selbst auf Berliner Gebiet (bis Spandau) und in den Spitzenzeiten auf allen Teilstrecken weit unterhalb des VDV-Richtwerts von 65 Prozent liegen. Erreicht würden nur bis zu 31 Prozent.

Im Detail: Was aus dem Gutachten nicht hervorgeht

Die angesetzten Baukosten von rund 45 Millionen Euro dürften viel zu niedrig angesetzt sein. Das ergibt sich aus dem Vergleich mit den Kosten/Kilometer bei ähnlichen Projekten wie dem Bau der S-Bahn nach Teltow sowie generell aus bei öffentlichen Projekten üblichen Kostensteigerungen. Durch höhere Baukosten würde sich der Kosten-Nutzen-Indikator aber weiter nach unten verschieben.

Das Gutachten berücksichtigt nicht die aktuelle Verkehrssituation mit der durchgebundenen RB 14 zur Berliner Stadtbahn sowie die in den vergangenen Jahren deutlich gestiegenen Fahrgastzahlen der RE4 über Jungfernheide zum Hauptbahnhof. Auch die in den vergangenen beiden Jahren erreichten Verbesserungen der Umsteigeverbindungen in Spandau zwischen RB10 und RE2 (von/nach Rathenow) sind nicht eingerechnet. Diese Verbesserungen machen aber die Ohnefallvariante (mit RB10 in der HVZ bis Charlottenburg) wesentlich attraktiver als im Gutachten angegeben, wodurch sich die gesamte Kosten-Nutzen-Relation erheblich zugunsten des Regionalverkehrs und zuungunsten der beiden S-Bahn-Varianten verschiebt. Nach der langfristigen SPNV-Planung des Landes soll ein ähnlich gutes RB-Angebot zumindest dann beibehalten werden, wenn keine S-Bahn-Verlängerung erfolgt.

Das Gutachten unterstellt im Mitfall und im Mitfall BB stagnierende oder sogar leicht sinkende Fahrgastzahlen in der RE4. Dies ist jedoch völlig unrealistisch. Vielmehr wäre bei einer Einschränkung des RB-Angebots mit einer drastischen Zunahme der Fahrgastzahlen in der RE4 zu rechnen. Dies dürfte deren Kapazität übersteigen, da auch eine in der HVZ nach Charlottenburg durchgebundene RB10 nicht gleichermaßen attraktiv wäre wie heute die RB14. Das zeigt sich heute bereits an der stark ungleichen stärkeren Auslastung der RB14 im Vergleich zur RB10, auch wenn sich dies durch die besseren Umsteigemöglichkeiten in Spandau zur RE2 etwas relativiert hat.

Das Gutachten berücksichtigt auch nicht die heute bereits beobachtbaren Mitnutzung des Bahnhofs Dallgow-Döberitz durch Fahrgäste vor allem aus dem südlichen Finkenkrug und dem südwestlichen Seegefeld je nach Attraktivität des jeweiligen Verkehrsangebots. Auch hier wäre damit zu rechnen, dass im Mitfall verstärkt die schnelle RE2 genutzt würde – zu Lasten der ohnehin grenzwertig schwachen Rentabilität der S-Bahn.

Der im Gutachten unterstellte drastische Anstieg der Fahrgastzahlen insgesamt in Albrechtshof im Fall einer S-Bahn-Verlängerung ist nicht nachvollziehbar. Es ist nicht erkennbar, wo diese Fahrgäste herkommen sollen.

In der politischen Diskussion ist zuletzt häufiger vom Offenhalten einer verkehrsmittelunabhängigen Option auf ein drittes Gleis die Rede. Ein drittes Gleis ist gut (auch wenn der eigentliche Verkehrsengpass zur Zeit eher im Bahnhof Spandau liegt), doch sollte dieses von Vornherein als Bahngleis mit Wechselstrom-Oberleitung geplant werden. Dies wäre auch deutlich billiger als ein S-Bahn-Gleis, da auf Teilen der Spandauer Strecke (dort, wo es am wenigsten Platz für ein zusätzliches Gleis gibt) sowie im Bahnhof Falkensee bereits jeweils ein viergleisiger Ausbau gegeben ist. Zudem könnte ein solches Gleis bei Störungen oder Bauarbeiten auch vom Fernverkehr als Ausweichmöglichkeit genutzt werden.

Begriffsklärungen
Ohnefall: Ist-Zustand mit schnellen Verkehrsangeboten von Regionalbahn und Regionalexpress, aber ohne S-Bahn. Nicht berücksichtigt werden allerdings Verbesserungen des Regionalverkehrsangebots in den vergangenen Jahren, besonders die RB 14.
Ohnefallvariante: Wie Ohnefall, aber mit der Durchbindung von Zügen der RB 10 in der Hauptverkehrszeit bis Berlin-Charlottenburg. Diese Durchbindung ist derzeit die Realität, aber plus RB 14.
Mitfall: Situation nach Fertigstellung einer S-Bahn bis Falkensee und gleichzeitiger Abschaffung der Regionalbahnen zwischen Falkensee und Spandau. Übrig blieben stündliche Regionalexpresszüge mit Halt nur in Nauen und Falkensee sowie Regionalbahnen zwischen Nauen und Falkensee, wo dann in die S-Bahn oder den Regionalexpress umgestiegen werden müsste.
Mitfall BB: Wie Mitfall aber mit einer Durchbindung der Regionalbahnen ab Nauen bis Berlin-Charlottenburg in der Hauptverkehrszeit, jedoch ohne Halt in Seegefeld und Albrechtshof.

Aktuelles Zugangebot
RB 14: Von Nauen zur Berliner Stadtbahn mit Halt an allen Bahnhöfen, stündlich
RB 10: Von Nauen bis Berlin-Spandau, in der Hauptverkehrszeit bis Berlin-Charlottenburg, in der übrigen Zeit in der Regel in Spandau Anschluss an die RE 2 zur Berliner Stadtbahn, stündlich, ergibt zusammen mit der RB 14 einen Halbstundentakt
RE 4: Von Wittenberge über Nauen, Falkensee, Spandau, Jungfernheide nach Berlin Hbf und Potsdamer Platz, stündlich
RE 2: Von Rathenow über Dallgow-Döberitz, Staaken und Spandau zur Berliner Stadtbahn
RE 6: Von Neuruppin über Falkensee nach Berlin-Spandau, abends spät auch Halt in Finkenkrug
Derzeit beträgt die Fahrzeit von Falkensee nach Berlin-Hauptbahnhof je nach benutztem Zug zwischen 16 und 25 Minuten. Mit der S-Bahn wären es etwa 40 Minuten.

Aktionsbündnis Pro Regionalverkehr Osthavelland
Zusammenschluss von Pendlerinitiativen aus Brieselang, Falkensee und Berlin-Spandau. Setzt sich ein für einen schnellen, zuverlässigen Schienenverkehr von allen Bahnhöfen des östlichen Havellandes ins Berliner Zentrum.

Aktuell +++ Aktuell+++ Aktuell: S-Bahn-Gutachten veröffentlicht

Das Ministerium für Infrastrucktur und Raumordnung desx Landes Brandenburg hat das Gutachten zur Prüfung der Wirtschaftlichkeit einer S-Bahn-Verlängerung nach Falkensee veröffentlicht und ins Internet gestellt. Das Aktonsbündnis Pro Regionalverkehr Osthavelland hat hierzu sowie zu den aktuellen Äußerungen von Bürgermeister Heiko Müller in der MAZ vom 26.3.2008 eine Presserklärung (siehe unten) veröffentlicht, mit der die politisch Verantwortlichen dazu aufgerufen werden, den bisherigen Streit hinter sich zu lassen und auf Grundlage der Ergebnisse des Gutachtens gemeinsam für einen besseren Regionalbahnverkehr im Osthavelland einzutreten.

Endlich Signale auf Grün für RB und RE
Nach S-Bahn-Gutachten ist gemeinsames Handeln gefragt

Falkensee, 31.3.08 – In der Debatte um S-Bahn oder Regionalbahn liegen die Fakten nun auf dem Tisch. Selbst das unter anderem vom Landkreis Havelland in Auftrag gegebene Gutachten (das eigentlich den S-Bahn-Bau befördern sollte), kommt zu dem Schluss, dass mit einer S-Bahn weniger Menschen zwischen Falkensee und Nauen öffentliche Verkehrsmittel benutzen würden als ohne. Mit Blick auf die Fahrzeiten der S-Bahn ist dies nicht sehr erstaunlich und bestätigt die Sichtweise unserer im Aktionsbündnis PRO Regionalverkehr Osthavelland zusammengeschlossenen Pendlerinitiativen: Statt der S-Bahn müssen Erhalt und Ausbau von Regionalbahn und Regionalexpress im Vordergrund stehen.

Es macht keinen Sinn, nach den Zahlen der Planer rund 45 Millionen Euro auszugeben, um ein Verkehrsmittel zu bauen, das in Brandenburg für die meisten Betroffenen mehr Nach- als Vorteile hätte. Das sollten nun auch die bislang hartnäckigsten S-Bahn-Befürworter verstanden haben. Ohnehin dürften die Kosten in Wahrheit wesentlich höher ausfallen (auch der Bau der S-Bahn nach Teltow wurde wesentlich teurer als veranschlagt), was das Kosten-Nutzen-Verhältnis weiter verschlechtern würde.

„Die derzeitige Bahnanbindung mit Regionalexpress und Regionalbahn ist für die Brandenburger Fahrgäste attraktiver als eine Bahnanbindung mit Regionalexpress und S-Bahn“, sagte Falkensees Bürgermeister Heiko Müller Ende März der MAZ. Das sehen wir genauso.

Nun wollen Müller und wohl auch andere allerdings gleichwohl eine Option auf den künftigen Bau einer S-Bahn offen halten, mindestens aber auf den Bau eines dritten Gleises zwischen Berlin-Spandau und Falkensee/Finkenkrug, evtl. auch darüber hinaus. Nun ist gegen Optionen für die Zukunft grundsätzlich nichts einzuwenden. Auch der Bau eines dritten Regionalbahngleises könnte nützlich sein. Allerdings wird dessen Wirkung aufgrund verschiedener technischer Probleme meist überschätzt und der eigentliche Engpass für den Regionalverkehr ist eher im Bahnhof Spandau zu finden als auf der offenen Strecke.

Was uns wichtig ist, ist etwas anderes: Die jetzt fällige Entscheidung, „auf Erhalt und möglichst Ausbau der Regionalbahn zu setzen“ (Heiko Müller, MAZ 26.3.), darf durch Optionsmodelle nicht verwässert werden. Trassen frei halten, o.k., aber nicht z.B. wegen einer unsicheren und aus heutiger Sicht auch gar nicht gewünschten S-Bahn-Planung jetzt dringend notwendige Entscheidungen und Investitionen zugunsten des Regionalbahnverkehrs vernachlässigen. Auch darf es keine S-Bahn-Planung durch die Hintertür geben.

Wir rufen alle verantwortlichen Politiker in Falkensee und Brieselang und auch den Landkreis Havelland auf, jetzt endlich die durch den S-Bahn-Streit entstandene Blockade zu überwinden und gemeinsam und entschlossen auf allen Ebenen für die Optimierung des Regionalbahnverkehrs einzutreten. Dabei geht es uns um sehr konkrete Ziele, die nicht viel Geld kosten (jedenfalls verglichen mit den S-Bahn-Investitionen), aber uns Bahnfahrern viel bringen würden:

Neben der stündlich verkehrenden RB 14 muss es möglichst viele weitere Züge geben (z.B. RB10), die halbstündlich versetzt dazu über Berlin-Spandau hinaus die Bahnhöfe des östlichen Havelland mit dem Berliner Stadtzentrum verbinden. Wo sich dies in Randzeiten nicht lohnt, muss es – auch abends und am Wochenende – mindestens Züge nach Spandau mit guten RE-Anschlüssen dort in Richtung Berlin-Mitte geben. RE-Züge müssen möglichst oft auch wieder in Brieselang, Finkenkrug, Albrechtshof und Seegefeld halten. Neue innovative Bahn-Konzepte, wie sie unter Namen wie „Stadt-Express“ oder „SX-Bahn“ diskutiert werden, müssen endlich aufgeschlossen geprüft werden.

Benno König, Aktionsbündnis PRO Regionalverkehr Osthavelland

Aktuell +++ Aktuell+++ Aktuell: Die fünf Bürgermeister-Kandidaten nehmen Stellung in Sachen Bahn

Die Bahn-AG des Bürgervereins Finkenkrug hat gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Pro Regionalverkehr Osthavelland in den vergangenen Wochen den fünf Falkenseer Bürgermeisterkandidaten eine Reihe von Fragen zu ihren politischen Zielen in Sachen Bahn gestellt. Wir haben darauf zum Teil sehr ausführliche und detailreiche Antworten erhalten, deren Kernpunkte in der unten folgenden Pressemitteilung, veröffentlicht in der MAZ vom .. , zusammengefasst sind. Wir möchten damit einen Beitrag zur Meinungsbildung im Vorfeld der Bürgermeisterwahl leisten und den bahninteressierten Bürgern eine Entscheidungshilfe an die Hand geben. Die den BM-Kandidaten gestellten Fragen und deren vollständige Antworten sind ebenfalls auf dieser Homepage veröffentlicht.

Auch für die SPD ist die S-Bahn kein Dogma mehr

Bürgermeisterkandidaten stehen Pendlerinitiativen Rede und Antwort
Zießnitz, Strehl und Krüger klar für Regionalbahn und Regionalexpress

Geht es um das heikle Thema S-Bahn, so sind unter den Falkenseer Bürgermeisterkandidaten die Mehrheitsverhältnisse klar: Drei von ihnen, Daniela Zießnitz (CDU), Dietmar Strehl (Grüne) und Mike Krüger (parteilos) gaben in einer aktuellen Umfrage des Bahn-AK des Bürgervereins Finkenkrug und des Aktionsbündnisses Pro Regionalverkehr ohne Einschränkung dem Erhalt und Ausbau des Regionalbahnverkehrs den Vorrang. Aber auch Heiko Müller, dessen SPD lange auf die S-Bahn drängte, sieht in der Regionalbahn zumindest vorerst die bessere Lösung. Allerdings möchte er auf eine langfristige Option auf die S-Bahn nicht verzichten. Für die S-Bahn wirbt allein noch Torsten Bathmann (FDP), doch auch er mit Einschränkungen.

Müller will sich als Bürgermeister vorrangig für die Verstetigung und Verbesserung des RB-Angebots einsetzen, denn „derzeit ist die RB10/RB14 das attraktivere Angebot“. Weiter schreibt Müller allerdings: „Ich halte es für falsch, die S-Bahn nach Falkensee grundsätzlich abzulehnen“, denn falls Berlin RB-Verkehr abbestellen sollte, würde diese künftig vielleicht noch gebraucht. Daher will Müller „auf die Regionalbahn setzen und trotzdem die Option auf eine Verlängerung der S-Bahn nach Falkensee offen halten“. Von der reinen Pro-S-Bahn-Linie des scheidenden Bürgermeisters Bigalke hebt sich Müller damit deutlich ab.

Eindeutiger ist die Position von Zießnitz: „Da nach meiner Überzeugung der Bau einer S-Bahn bis Falkensee/Finkenkrug zu einer Verschlechterung des Regionalverkehrs führen wird, lehne ich dieses Vorhaben ab.“ Die Kandidatin der CDU argumentiert vor allem mit „einer erheblichen Verlängerung der reinen Fahrzeit“ für die Pendler, wenn diese mit der S-Bahn statt mit RB und RE fahren müssten. Eine S-Bahn als Ergänzung zur RB wäre aus Sicht von Zießnitz zwar positiv, dies sei jedoch vor dem Hintergrund knapper werdender Mittel „absolut unrealistisch“.

Die S-Bahn sei innerhalb Berlins hervorragend, „je weiter sie aber fahren muss, desto weniger kann sie die heutigen Anforderungen erfüllen“, schreibt auch Strehl. Krüger sieht ebenfalls „keinerlei Vorteil“ in einer S-Bahn-Verlängerung. Bathmann hält dagegen „einen S-Bahn-Lückenschluss für richtig“. Auch er fügt jedoch hinzu, eine S-Bahn wäre „ein Rückschritt“, wenn sie mit Einschränkungen im Regionalbahnverkehr verbunden wäre.

Auf die Frage nach zusätzlichen Haltepunkten für den Regionalexpress schreibt Müller, der selbst eher Gelegenheitsbahnfahrer ist, er setze sich schon lange auf unterschiedlichen Ebenen für Halte auch in Finkenkrug, Brieselang, Seegefeld und Albrechtshof ein. Zießnitz hält dies für unrealistisch, würde als Bürgermeisterin aber als Alternative einen ganztägigen Halbstundentakt von RB14 und RB 10 anstreben. Dabei solle die RB10 wie die RB14 über die Berliner Stadtbahn durchgebunden werden, mindestens aber in Charlottenburg einen Anschluss an die RE7 erhalten. Ähnlich argumentiert auch Strehl, der einen dichten Takt mit Hilfe des SX-Konzepts erreichen will. Bathmann hält Zusatzhalte nur in Brieselang und Albrechtshof für überlegenswert, nicht aber in Finkenkrug. Krüger möchte wieder einen Halbstundentakt von allen Bahnhöfen wie vor fünf Jahren, ohne sich auf Details festzulegen.

Übereinstimmend wollen sich alle Kandidaten im Fall ihrer Wahl für Pünktlichkeit und angemessene Qualitätsstandards im Bahnverkehr einsetzen, Müller zum Beispiel durch eine Überdachung der Bahnsteigbereiche. Zießnitz, selbst Bahnpendlerin, würde als Bürgermeisterin darauf dringen, dass das Land bei Mängeln Geld von der Bahn zurückfordert. Bahnpendler Strehl will sich unter anderem für die Klimatisierung aller Züge stark machen. Für Krüger, Gelegenheitsbahnfahrer, ist wie auch für seine Mitbewerber die Pünktlichkeit ein großes Anliegen. Bathmann, der die Bahn regelmäßig nutzt, will ein besseres Parkplatzangebot an den Bahnhöfen erreichen. Alle Kandidaten wollen auch die Zusammenarbeit der Bahnanliegergemeinden ausbauen, die unter Bigalke mit dem Austritt Falkensees aus der entsprechenden Arbeitsgemeinschaft zurückgefahren worden war. Strehl will dabei auch Pendlerinitiativen unmittelbar mit einbinden.

Bahn-AG und Aktionsbündnis bedanken sich bei allen Kandidaten für ihre ausführlichen Antworten, deren vielseitige Argumente hier nur stark verkürzt wiedergegeben werden können. Die vollständigen Antworten sind im Internet unter www.buergerverein-finkenkrug.de“ und dort unter „Bahn-AG“ nachlesbar.

Verantwortlich: Bahn-AG des Bürgervereins Finkenkrug, Benno König

Fragen des Aktonsbündnisses Pro Regionalverkehr Osthavelland an die fünf Bürgermeister-Kandidaten

Fragen an die Bürgermeisterkandidatin und – kandidaten zum Thema Bahn:

1. Derzeit halten die Züge der RE-Linie 4 zwischen Nauen und Spandau nur in Falkensee, nicht aber in Brieselang, Finkenkrug, Seegefeld und Albrechtshof. Wie stehen Sie zur Frage zusätzlicher Regionalexpress-Halte auf dieser Strecke? Auf welche Weise würden Sie sich ggf. dafür einsetzen? Auf welche Weise haben Sie dies ggf. bereits getan? Sollten zusätzliche RE-Halte nicht durchsetzbar sein, würden Sie sich dann für eine Verlängerung der überall haltenden RB-Züge, die jetzt in Spandau enden, zum Berliner Stadtzentrum einsetzen?

2. Wie stehen Sie zu den Plänen für einen S-Bahn-Bau bis Falkensee oder Finkenkrug? Falls Sie dieses Projekt grundsätzlich befürworten sollten, würden Sie dafür auch Einschränkungen des Regionalbahnverkehrs in Kauf nehmen und wenn ja, in welchem Umfang?

3. Was würden Sie als Bürgermeister(in) tun, um das Regionalbahnangebot für Falkensee, Finkenkrug und die übrigen Bahnhöfe im Osthavelland mindestens zu erhalten, möglichst aber zu verbessern? Was haben Sie dafür bereits getan?

4. Wie bewerten Sie die Entscheidung des scheidenden Bürgermeisters, wegen des damit verbundenen Arbeitsaufwands aus der Arbeitsgemeinschaft der Gemeinden entlang der RE-Strecke Berlin Wittenberge auszutreten? Würden Sie dies als Bürgermeister(in) wieder rückgängig machen?

5. Würden Sie sich als Bürgermeister(in) für Pünktlichkeit und angemessenen Standard der Züge und Bahnhöfen auf der Falkenseer Strecke einsetzen? Wenn ja, wie und auf welcher Ebene?

6. Benutzen Sie selbst den Regionalverkehr von oder nach den Falkenseer Bahnhöfen, wie sind Ihre Erfahrungen damit und auf welche Weise würden diese ggf. in Ihre Arbeit als Bürgermeister(in) einfließen?

Bitte schicken Sie Ihre Antworten bis zum 15. Juni 07 per e-Mail an benno-koenig@arcor.de oder per Post an Aktionsbündnis Pro Regionalverkehr Osthavelland, c/o Benno König, Bachstelzenstraße 21, 14612 Falkensee. Herzlichen Dank für Ihre Mitarbeit!

BM-Kanditat Heiko Müller (SPD) zu den Fragen des Aktinsbündnisses

Bei allen Überlegungen zur Verbesserung der Bahnanbindung von Falkensee möchte ich anmahnen, die
Realisierbarkeit von Forderungen nicht aus dem Blick zu verlieren.
In 5 Jahren werden wir feststellen, dass viele der Wünsche von Bahnkunden aus Falkensee nicht umgesetzt
werden konnten. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die für Falkensee wichtigsten Verbindungen über
Berliner Gebiet verlaufen. Der Einfluss Falkensees auf die finanzpolitischen Entscheidungen in Berlin ist quasi
Null. Selbst das Land Brandenburg hat nur einen sehr begrenzten Einfluss auf Berlin. Wer diese
Rahmenbedingung ausblendet, macht den Bahnkunden in Falkensee etwas vor.
Wir müssen offen über Ziele und die Umsetzbarkeit der Ziele diskutieren. Nur so wird es gelingen, alle Kräfte so
zu bündeln, dass die erreichbaren Ziele auch erreicht werden.

Zu Frage 1.
Ich halte den Halt der RE4 an den Haltepunkten Brieselang, Finkenkrug, Seegefeld und Albrechtshof für
sinnvoll – insbesondere im Berufsverkehr. Diesen Standpunkt habe ich in diversen Gesprächen insbesondere
mit dem VBB und dem Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung seit Jahren vertreten. Diesen Standpunkt
werde ich auch weiter vertreten. Zwei Hauptgegenargumente sind immer wieder zu hören: Erstens wird auf die
Funktion der Regionalexpresslinien als Bahnanbindung für die weiter von Berlin entfernten Bereiche Brandenburgs verwiesen. Zweitens wird auf die Kapazitätsprobleme des Bahnabschnittes zwischen Nauen und
Berlin-Spandau verwiesen. Zusätzliche Halts würden die Gefahr von Verspätungen wegen des Vorrangs der
ICE-Züge erhöhen. Ich halte beide Argumente nicht für unumstößlich. Allerdings ist die Bereitschaft bei VBB
und Land nicht groß, eine Änderung vorzunehmen.
Auch eine Verlängerung der RB10 in das Stadtzentrum halte ich für wünschenswert. Wegen der finanziellen
Mehrbelastungen ist diese Variante aber als problematisch einzustufen. Ich erkenne weder beim Land Berlin
noch beim Land Brandenburg eine Bereitschaft, die Bestellung dieser zusätzlichen Zugkilometer zu
entscheiden. Zusätzliche Halts der RE wären finanziell weniger aufwendig.

Zu Frage 2.
Es geht nicht um die Frage „S-Bahn oder Regionalbahn“, sondern um die Frage, wie bekommen wir das
attraktivste Bahnangebot hin. Ich halte es in diesem Zusammenhang für falsch, die S-Bahn nach Falkensee
grundsätzlich abzulehnen. Allerdings ist die RB10/RB14 derzeit das attraktivere Angebot. Deswegen geht es
primär um die Verstetigung bzw. Verbesserung des RB-Angebotes.
Bei objektiver Betrachtung wird man aber erkennen, dass wir bei der Bestellung der RB auf Berlin angewiesen
sind. Es ist unrealistisch anzunehmen, dass Brandenburg in der Lage und bereit ist, auf Dauer die Bestellung
der RB auf Berliner Gebiet zu finanzieren. Niemand kann heute sagen, ob Berlin diese Bestellung auf Dauer
finanziert. Diskussionen dazu hat es wiederholt in Berlin und zwischen Berlin und Brandenburg gegeben.
Zudem werden zu meinem Bedauern derzeit die Töne zwischen Berlin und Brandenburg rauer. Das sich daraus
ergebene Risiko auszublenden, ist verantwortungslos.
Ich halte es deswegen für richtig, auf die Regionalbahn zu setzen und trotzdem die Option auf eine
Verlängerung der S-Bahn nach Falkensee offen zu halten. Dazu gehört sowohl die Finanzierungsoption durch
den Bund als auch die Trassenfreihaltung einschließlich der notwendigen Flächen für einen zusätzlichen
Bahnsteig am Bahnhof Falkensee. Das bedeutet gleichermaßen, dass das Ziel nicht die Einschränkung des
RB-Angebotes zugunsten der S-Bahn sein sollte, sondern die S-Bahn-Option die Vorsorge für den Fall ist, dass
das RB-Angebot durch Berlin eingeschränkt wird.
Dieser Fall könnte z.B. eintreten, wenn die S-Bahn auf Berliner Gebiet bis zur Stadtgrenze verlängert wird. In
diesem Falle würde aller Voraussicht nach Berlin die Finanzierung der RB auf Berliner Gebiet erneut in Frage
stellen.

Zu Frage 3.
Der erfolgversprechendste Ansatz ist die Zielsetzung, die RE4 im Berufsverkehr an den zusätzlichen
Haltepunkten halten zu lassen. Diese Zielsetzung ist mit dem geringsten finanziellen Mehraufwand verbunden.
Der zweite Ansatz wäre die Veränderung der RB10 hin zur RB14 – also die Durchbindung auch dieser Züge
durch Berlin. Dazu habe ich bereits diverse Gespräche auf lokaler Ebene, mit Vertretern der Deutsche Bahn
AG, des VBB, mit Landtagsabgeordneten, den zuständigen Ministern und dem Ministerpräsidenten geführt. Wir
sollen uns aber hüten den Eindruck zu erwecken, eines dieser beiden Ziele wäre einfach zu erreichen.
Trotzdem werde ich diese Ziele weiter verfolgen.
Außerdem ist es mein zentrales Ziel, die Trasse für weitere Gleise zwischen Falkensee und Berlin-Spandau zu
erhalten. Egal ob diese Option in 5, 10 oder 20 Jahren benötigt wird, egal ob die Züge darauf dann S-Bahn,
Regionalbahn, SX-Bahn oder sonst wie heißen – ich möchte nicht irgendwann feststellen müssen, dass wir uns
die Chance auf bessere Angebote auf der Schiene verbaut haben oder verbauen haben lassen.

Zu 4. Zusammenarbeit mit den Anliegern an der Hamburger Bahn ist sinnvoll und sollte ausgebaut werden.

Zu 5. Selbstverständlich. Wie Sie wissen, gibt es keinerlei direkten Einfluss der Stadt oder des Bürgermeisters
auf die Pünktlichkeit der Züge oder deren angemessenen Standard. Wie auch in der Vergangenheit werde ich
mich aber auch weiterhin öffentlich und in direkten Gesprächen gegenüber der Deutsche Bahn AG, dem VBB
und dem Land Brandenburg dafür einsetzen, dass die Qualität der Bahnangebote weiter verbessert wird. Im
Zusammenhang mit der Verbesserung des Standards der Bahnhöfe muss nochmals versucht werden, mit der
Deutsche Bahn AG einen Weg zu finden, der eine angemessene Überdachung der Bahnsteigsbereiche
ermöglicht. Die derzeitigen „Buswartehäuschen“ sind in keiner Weise für einen Bahnhof mit so hohen
Nutzungszahlen geeignet. Gespräche dazu hat es seitens der Stadtverwaltung bereits gegeben. Diese
Gespräche müssen fortgesetzt werden.

Zu 6. In der Relation Falkensee -Berlin-Hauptbahnhof nutze ich die Bahnverbindung häufiger, zwischen
Falkensee und Potsdam eigentlich nie. Natürlich fließen die gesammelten Eindrücke – z.B. übervolle Wagons
im Berufsverkehr, im Regen wartende Passagiere auf dem Bahnhof, schlechte Luft in den Zügen und
Unpünktlichkeit, aber auch die Schnelligkeit der Verbindung – in Gespräche und politische Entscheidungen mit
ein. Diese Eindrücke sind wichtig, um bei Diskussionen mit dem VBB, der Deutsche Bahn AG oder der
Landesregierung authentisch argumentieren zu können.

BM-Kadidatin Daniela Ziessnitz (CDU) zu den Fragen des Aktionsbündnisses

Zu 1)
Der SPNV im Regionalverkehr besteht zur Erschließung der äußeren und engeren
Peripherie Berlins sinnvollerweise aus unterschiedlich schnellen „Verkehrsmitteln“
auf unterschiedlich langen Strecken. Dabei erschließen die RE-Linien die äußere Pe-
ripherie Berlins in möglichst kurzer Reisezeit mit aus diesem Grund möglichst langen
Abständen zwischen den Haltepunkten. Die RE-Linien haben vorrangig nicht das
Ziel, Fahrgäste der engeren Peripherie (also aus dem Bereich bis Nauen) nach Berlin
zu befördern. Dafür sind die RB-Linien gedacht. Die S-Bahn wiederum dient dem
kleinteiligen Verkehr innerhalb des Berliner Stadtgebietes.

Der RE-Verkehr hat einige Zeit RB-Funktion wahrgenommen, weshalb nach dem
Wegfall der Haltepunkte Brieselang, Finkenkrug, Seegefeld und Albrechtshof dies als
Verlust betrachtet werden musste, zumal die RB den Verlust nicht adäquat aufgefan-
gen hat (Endhalte in Spandau bzw. Charlottenburg).

Selbstverständlich wäre es wünschenswert, dass die Züge der RE-Linie 4 wieder an
allen o. g. Bahnhöfen halten. Realistisch und dem Sinn der RE-Linien entsprechend
ist dies aber vermutlich nicht. Stattdessen ist es erforderlich, den RB-Verkehr zu
verbessern und auf der Strecke der Berliner Stadtbahn zu einem mindestens halb-
stündigen Takt in das Berliner Stadtzentrum zu kommen. Die ganztägige Durchbin-
dung sowohl der RB 10 als auch der RB 14 über die Stadtbahn ist und wird deshalb
das Ziel meiner Arbeit sein. Dabei sollte die Verlängerung der RB 10 mindestens bis
Berlin- Charlottenburg mit direktem Anschluss an die RE 7 als Mindestvoraussetzung
angesehen werden. Eine Verlängerung bis zum Bahnhof Friedrichstraße oder sogar
bis Berlin-Ostbahnhof sollte die Maximalforderung sein, damit dem umfangreichen
Pendlerverkehr Rechnung getragen wird.

Zu 2)
Eingangs möchte ich feststellen, dass die CDU- Falkensee die einzige Partei in Fal-
kensee ist, die seit Jahren eine klare und eindeutige Haltung Pro Regionalbahn be-
zogen hat und dies auch immer öffentlich gegen jede Kritik verteidigt hat.

Um die gestellte Frage beantworten zu können muss man sich jedoch erst einmal mit
einer Vorfrage auseinandersetzen: Was erwarte ich als Pendler von einem öffentli-
chen Verkehrsmittel, damit ich es gegenüber anderen Verkehrsmitteln bevorzuge?
Die Antwort muss höchstwahrscheinlich lauten: Es muss schnell, möglichst umstei-
gefrei und komfortabel sein. Alle diese Kriterien erfüllt die Regionalbahn, nicht jedoch
die S-Bahn. Deshalb kann ich die Pläne für einen S-Bahn- Bau nicht unterstützen.

Wie in der Antwort zu 1) erwähnt, dient der S-Bahn-Verkehr der kleinteiligen Er-
schließung des Berliner Stadtgebietes. Eine Verlängerung der S-Bahn-Linien in das
Umland bewirkt durch die entsprechend der Zielstellung sehr kurzen Haltestellenab-
stände eine erhebliche Verlängerung der reinen Fahrtzeiten für alle Pendler/innen;
insbesondere für die Pendler/innen aus dem Bereich hinter Falkensee/Finkenkrug
verlängern sich die Fahrtzeiten noch zusätzlich aufgrund von Umsteigezeiten. Damit
wird deutlich, dass ein S-Bahn-Bau bis Falkensee oder Finkenkrug keine schnelle
Verbindung in das Berliner Stadtzentrum gewährleisten kann. Auch im Vergleich mit
den Fahrzeugen der RB-Linien wären Abstriche beim Komfort (z. B. WC) und bei der
Sicherheit (personalbegleitet) zu verzeichnen. Mithin könnte die S-Bahn allenfalls als
Ergänzung zu einem gut ausgebauten RB-Verkehr dienen. Dies ist jedoch vor dem
Hintergrund rückläufiger Regionalisierungsmittel, aus denen übrigens auch die S-
Bahn finanziert wird, und aufgrund der Haltung Berlins, keine Parallelverkehre finan-
zieren zu wollen, absolut unrealistisch. Wahrscheinlicher ist vielmehr, dass nach ei-
nem S-Bahn-Anschluss der RE- und RB-Verkehr ausgedünnt, wenn nicht gar abbe-
stellt werden würde, um der unattraktiven S-Bahn zu mehr Wirtschaftlichkeit zu ver-
helfen.

Das ist absurd! Da würden Investitionen durch die öffentliche Hand (egal ob Bund
und/oder Länder) in erheblicher Millionenhöhe getätigt, um hinterher ein schlechteres
Nahverkehrsangebot zu haben, das die Menschen wieder verstärkt zum Umstieg auf
das Auto „zwingen“ wird oder möglicherweise auch zu einer „Landflucht“ führen wird.
Das ist unverantwortlich. Da nach meiner Überzeugung der Bau einer S-Bahn bis
Falkensee/Finkenkrug zu einer Verschlechterung des Regionalverkehrs führen wird,
lehne ich dieses Vorhaben ab.

Zu bedenken sind darüber hinaus die weiteren Folgen, die eine Verschlechterung
des Regionalbahnverkehrs zu Lasten der S-Bahn bei einer Verlängerung bis Falken-
see mit sich bringen würde:

– Der Kraftfahrzeugverkehr nicht nur durch Falkensee wird deutlich zu-
nehmen, da aufgrund der nunmehr schlechten Anbindung viele ehema-
lige Bahnnutzer wieder auf das eigene Auto zurückgreifen werden.
– Rund um den Bahnhof Falkensee wird zu den Hauptverkehrszeiten ein
nicht beherrschbares Verkehrschaos entstehen.
– Der Bahnhof Falkensee wird überfüllt sein.

Mit attraktivem öffentlichem Personennahverkehr hat das nichts mehr zu tun.

Zu 3)
Als Bürgermeisterin werde ich mich bei den Aufgabenträgern des SPNV (Länder
Brandenburg und Berlin) und des übrigen ÖPNV (Landkreis Havelland) dafür einset-
zen, dass das Regionalbahnangebot an Attraktivität gewinnt. Dazu gehört für mich
ganz klar die Einflussnahme u.a. auf die Streckenhalte, Taktzeiten, Betriebszeiten,
abgestimmte Umsteigemöglichkeiten, Pünktlichkeit und die Endhaltepunkte.

Die dauernden Positionswechsel der SPD zu diesem Thema beispielsweise lassen
keine klare Linie erkennen. Verunsicherung ist die Folge. Das schadet der Sache.
Das Thema der Bahnanbindung ist zu wichtig, als dass man es von Verwaltungsseite
so stiefmütterlich behandeln darf, wie es die letzten Jahre von Seiten des Bürger-
meisters erfolgt ist. Ein/e Bürgermeister/in muss für die Bürgerinnen und Bürger
glaubwürdig und berechenbar sein. Ich will Politik aktiv gestalten und nicht nur einen
bestehenden Zustand verwalten. Ich sehe es deshalb als meine Aufgabe an, als Ver-
waltungschefin die Impulse zu geben. Dabei ist mir der Rat von Fachleuten vor Ort
sehr wichtig.

Als Stadtverordnete habe ich mich mehrfach sowohl öffentlich, als auch über parla-
mentarische Gremien (Anfragen im Landtag und im Bundestag über unsere Wahl-
kreisabgeordneten initiiert) für eine Verbesserung des Regionalbahnangebotes ein-
gesetzt. Auch ist es mir zusammen mit dem CDU- Stadtverband gelungen, am 21.5.
2005 einen Landesparteitagsbeschluss zu dem von uns eingebrachten Antrag zum
Erhalt der RB 10 zu erwirken.

Mit den CDU-Landtagsabgeordneten bin ich gemeinsam mit unserer Landtagsabge-
ordneten Barbara Richstein im Gespräch, um diese für die Pendler-Probleme im Ha-
velland zu sensibilisieren und möglichst für eine auskömmliche Finanzierung zu sor-
gen. Meine Kontakte gehen auch in Richtung Berliner CDU-Abgeordnete, da hier m.
E. nur eine länderübergreifende Zusammenarbeit Erfolg verspricht. Ferner bestehen
seit Jahren enge Kontakte zu den CDU- Kommunalvertretern in Berlin-Spandau und
Brieselang, mit welchen wir unsere Zielvorstellungen und Aktionen im Vorfeld ab-
stimmen.

Meine Mitarbeit im Aktionsbündnis Pro Regionalverkehr im Osthavelland ist von der
gleichen Motivation geprägt.

Zu 4)
Grundsätzlich bin ich der Auffassung, dass gemeinde- und landkreisübergreifende
Arbeitsgemeinschaften sinnvoll sein können, da man sich damit u. a. stärkeres Gehör
gegenüber Entscheidern verschaffen kann, denn auch hier gilt, dass man nur ge-
meinsam etwas erreichen kann. Sie dienen aber auch dazu, sich tiefer gehende
Sachkenntnisse anzueignen. Deshalb werde ich auch wegen der hohen Bedeutung
des Themas in der Arbeitsgruppe wieder vertreten sein, aber auch Wert darauf le-
gen, dass konkrete Arbeitsergebnisse erzielt werden.

Zu 5)
Insbesondere auf dem Gebiet der Pünktlichkeit gibt es bei der Regionalbahn noch
Verbesserungspotentiale (was zwischenzeitlich übrigens auch für die S-Bahn gilt).
Nach meiner Auffassung müssen pünktliche, saubere und nach Möglichkeit klimati-
sierte Züge auch im RB-Verkehr Standard sein. Die Qualitätskriterien der DB müssen

sich an den Kundenwünschen messen lassen. Die Stadtverwaltung sollte diesbezüg-
lich von Zeit zu Zeit eigene Erkundigungen einziehen und Kunden befragen, um ggf.
gegenüber der DB Regio tätig werden zu können. Bei massiven Beschwerden sind
Kürzungen der Entgeltleistungen des Landes an die DB angebracht und werden von
mir als Bürgermeisterin angestoßen werden. Im Übrigen gilt das unter 3) gesagte.

Zu 6)
Da ich die Bahn nach Berlin-Alexanderplatz täglich nutze, bin ich unmittelbar von ei-
nem gut funktionierenden RB-Angebot abhängig. Der Bahnhof Falkensee liegt mei-
nem Wohnort am nächsten, und so kann ich auch das RE-Angebot nutzen. Ich weiß
aber ebenfalls aus eigener Erfahrung, wie ungünstig die Taktzeiten teilweise auf den
nicht vom RE angefahrenen Bahnhöfen sind. Insbesondere die Umsteigezeiten ab
Spandau in Richtung Nauen sind nicht optimal abgestimmt. Zu bestimmten Tageszei-
ten ist darüber hinaus die drangvolle Enge in den RB-Zügen belastend. Oft gibt es
nur Stehplätze bis Zoo. Beispielsweise könnte eine häufigere Taktfrequenz hier Ab-
hilfe schaffen.

Wenn man wie ich und viele andere Berufspendlerinnen und Berufspendler täglich
die Bahn nutzt, weiß man aus eigenem Erleben, wo die Nutzer „der Schuh drückt“.
Planungen vom „Grünen Tisch“ sind da wenig hilfreich. Es ist besser, wenn man die
tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort kennt. Ich darf behaupten, dass ich als Berufs-
pendlerin weiß, was ich in Bezug auf die Bahnanbindung sinnvoller Weise fordere
und im Interesse der Bahnnutzerinnen und Bahnnutzer verändern möchte.

BM-Kandidat Dietmar Strehl (BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN) zu den Fragen des Aktionsbündnisses

Dietmar Strehl – Bürgermeisterkandidat Bündnis 90/DIE GRÜNEN

1. F.: Derzeit halten die Züge der RE-Linie 4 zwischen Nauen und Spandau nur in
Falkensee, nicht aber in Brieselang, Finkenkrug, Seegefeld und Albrechtshof. Wie
stehen Sie zur Frage zusätzlicher Regionalexpress-Halte auf dieser Strecke? Auf
welche Weise würden Sie sich ggf. dafür einsetzen? Auf welche Weise haben Sie dies
ggf. bereits getan? Sollten zusätzliche RE-Halte nicht durchsetzbar sein, würden Sie
sich dann für eine Verlängerung der überall haltenden RB-Züge, die jetzt in Spandau
enden, zum Berliner Stadtzentrum einsetzen?

A.: Um mit einem alten Merkspruch der Grünen anzufangen aus der Zeit, als die Halte
des Regionalexpress (RE) an den genannten Haltestellen gestrichen wurden: die besten
Züge nützen nichts, wenn man sie nicht auch anhalten lässt, um die Menschen aus- und
einsteigen zu lassen.
Aber die Sache ist komplizierter: Die Regionalbahn (RB) sammelt Fahrgäste in der
Fläche, der RE verbindet Knotenpunkte und die großen Städte. Dort – also in unserem
Fall in Berlin – gibt es ein Nahverkehrssystem (S-Bahn, U-Bahn, Tram, Bus). Wenn man
nun den RE zu oft halten lässt, wird er für seine eigentliche Aufgabe zu langsam. Man
muss ja auch an die Menschen in Rathenow oder Friesack denken. Unsere Vorschläge
laufen deswegen auf die Einführung eines Stadtexpress (oder SX) hinaus, der den
„inneren Verflechtungsraum“, d.h. den „Speckgürtel“ mit Berlin verbinden soll. Um das
optimal zu können muss dieser Zug bestimmte Qualitätsmerkmale haben: verlässlicher
Taktfahrplan, Halte an allen Haltestellen im Verflechtungsraum, in der Stadt aber nur an
den Knotenpunkten mit dem städtischen Verkehrsnetz, Durchbindung durch die Stadt,
hohes Beschleunigungs-, Brems- und Geschwindigkeitspotential (Vmax = 160 km/h),
Klimaanlage, Toiletten, viele Sitzplätze, Barrierefreiheit, Fahrrad- und
Kinderwagenmitnahme. So etwas gibt es im Ruhrgebiet, in München, Zürich, Stockholm.
So etwas brauchen wir hier auch. Man kann das mit der Verbesserung der RB beginnen,
aber die muss mittelfristig schneller und besser werden.

2. F.: Wie stehen Sie zu den Plänen für einen S-Bahn-Bau bis Falkensee oder Finkenkrug?
Falls Sie dieses Projekt grundsätzlich befürworten sollten, würden Sie dafür auch
Einschränkungen des Regionalbahnverkehrs in Kauf nehmen und wenn ja, in welchem
Umfang?

A.: In Berlin heißt „S-Bahn“ traditionell „Gleichstrom-S-Bahn“. Wir glauben, dass diese S-
Bahn in der Stadt hervorragend ist, je weiter sie aber fahren muss, desto weniger kann
sie die heutigen Anforderungen erfüllen (siehe Punkt 1). Die Verlängerung der
klassischen S-Bahn über Spandau hinaus nach Falkensee würde einen zweistelligen
Millionenbetrag kosten und schließlich zu einem Rückgang der Fahrgastzahlen im
östlichen Havelland führen; das hat ja das Gutachtachten der Verkehrsministerien
ergeben. Deshalb bin ich dagegen. Im Ergebnis würden wiederum mehr
HavelländerInnen das Auto für die Fahrt nach Berlin nutzen. Das kann auch nicht im
Sinne der Anwohner in Berlin sein.

3. F.: Was würden Sie als Bürgermeister(in) tun, um das Regionalbahnangebot für
Falkensee, Finkenkrug und die übrigen Bahnhöfe im Osthavelland mindestens zu
erhalten, möglichst aber zu verbessern? Was haben Sie dafür bereits getan?

A.: Innerhalb der Grünen Partei arbeiten die Landesarbeitsgemeinschaften für Verkehr
in Brandenburg und Berlin intensiv an diesem Thema. Wir haben dazu hier in Falkensee
eine Veranstaltung gehabt, die LAGen haben einen Workshop veranstaltet, ein weiterer
soll folgen. Die Ergebnisse sind den Fachministerien vorgestellt worden. Wir versuchen
die Fachdebatte voranzubringen und die Arbeitsgruppen in den Ministerien zu
überzeugen. Das ist das steinige Pflaster, auf dem sich eine Oppositionspartei (das sind
wir in beiden Bundesländern) bewegt.

4. F.: Wie bewerten Sie die Entscheidung des scheidenden Bürgermeisters, wegen des
damit verbundenen Arbeitsaufwands aus der Arbeitsgemeinschaft der Gemeinden
entlang der RE-Strecke Berlin Wittenberge auszutreten? Würden Sie dies als
Bürgermeister(in) wieder rückgängig machen?

A.: Strukturentwicklung – der Schienenverkehr ist ein Teil davon – hat immer zwei
Aspekte: was ist für meinen Ort das Beste und die übergeordnete Perspektive.
Demokratisch kann hier nur der Interessenausgleich Lösungen bieten. Deswegen sind
solche Arbeitsgemeinschaften wichtig. Da müssen neue Ideen und Konzepte
überzeugen. Deswegen muss eine Stadt wie Falkensee dabei mitarbeiten. Ich kann im
Moment nicht übersehen, ob man so etwas nicht auch an eine Initiative wie
„ProRegionalverkehr“ mit Sachverstand und Engagement delegieren kann. Der
Arbeitsaufwand kann aber kein Grund sein, nicht mitzuarbeiten.

5. F.: Würden Sie sich als Bürgermeister(in) für Pünktlichkeit und angemessenen Standard
der Züge und Bahnhöfen auf der Falkenseer Strecke einsetzen? Wenn ja, wie und auf
welcher Ebene?

A.: Ja, wobei die Arbeit an der Weiterentwicklung des öffentlichen Nahverkehrs die
entscheidende Aufgabe ist. Natürlich kann und muss man dazu auch einmal mit dem
Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) z.B. reden, aber wichtiger wäre m.E. noch,
dass auf der Ebene der Landesparlamente und -regierungen die Einsicht wächst, dass
Berlin und Brandenburg hier zu einem gemeinsamen und integrierten Konzept kommen
müssen. In allen Parteien muss die Erkenntnis wachsen, dass die Entwicklung des
öffentlichen Personenverkehrs ein essentieller Beitrag zum Klimaschutz ist. Das Ministerium
für Infrastruktur und Raumordnung (MIR) in Potsdam erarbeitet z.Zt. einen
Landesnahverkehrsplan. Das MIR hat versprochen, diesen Plan transparent und unter
Beteiligung der fachlichen und politischen Akteure zu erstellen. Da werden wir uns
einschalten, um für das östliche Havelland optimale Lösungen zu bekommen.

6. F.: Benutzen Sie selbst den Regionalverkehr von oder nach den Falkenseer Bahnhöfen,
wie sind Ihre Erfahrungen damit und auf welche Weise würden diese ggf. in Ihre Arbeit
als Bürgermeister(in) einfließen?

A.: Ich nutze den Regionalverkehr nach Berlin täglich vom Bahnhof Seegefeld und bin wie
viele andere NutzerInnen schon durch die Bahn“hölle“ gegangen. Sei es die ständigen
Verspätungen, die nicht wirklich durch den neuen Hauptbahnhof besser geworden sind, sei
es die unmöglichen Klimaverhältnisse in den Zügen im Sommer. Ein erster Lichblick ist
endlich das Verbot des Rauchens in den Zügen. Auch wenn ich kein dogmatischer
Nichtraucher bin, war die Situation mit den sogenannten Raucherabteilen unerträglich für
die Nichtraucher. Ich will anmerken, dass ich eine deutliche Verbesserung der
Freundlichkeit der BahnbegleiterInnen in den letzten Jahren gespürt habe. Nicht gelöst ist
das ärgerliche Problem des Vandalismus auf den Bahnhöfen. Das ist aber aus meiner Sicht
nicht alleine Sache der Bahn.

Mit freundlichen Grüßen

Dietmar Strehl

BM-Kandidat Torsten Bathmann (FDP) zu den Fragen des Aktionsbündnisses

Falkensee sowie das gesamte östliche Havelland zwischen Nauen und Spandau bieten wie kaum eine andere Region in Brandenburg attraktive Lebens- und Arbeitsbedingungen. Diese hängen essentiell von einem optimalen Regionalverkehrsangebot und einer guten Verkehrs-anbindung des östlichen Havellandes an Spandau und das Berliner Zentrum ab.

Darüber hinaus lassen sich durch ein attraktives Nahverkehrsangebot wichtige ökologische Ziele erreichen. Gerade in Hinblick auf die Umweltbelastung durch zunehmenden Autover-kehr, sowie die Einschränkungen für PKV und LKW im Berliner Innenstadtverkehr (vor allem infolge der EU-Feinstaubrichtlinie) müssen sich die politisch Verantwortlichen in den Kom-munen des östlichen Havellandes, im Landkreis Havelland sowie im Land Brandenburg und im Bund für ein sehr gutes Regionalverkehrsangebot einsetzen.

In Hinblick auf die nun anstehende Bürgermeisterwahl in Falkensee und die in diesem Zu-sammenhang gestellt Frage nach Möglichkeiten der Verbesserung des Regionalverkehrsan-gebots möchte ich grundsätzlich feststellen, dass Aufgabenträger für den Schienenperso-nennahverkehr das Land Brandenburg und für den Busverkehr, einschließlich der Schülerbe-förderung, der Landkreis Havelland ist. Der Bürgermeister von Falkensee kann nur mittelbar Einfluß ausüben, nämlich indem er als Bittsteller gegenüber dem Land Brandenburg und dem Landkreis Havelland auftritt.

Maßgebliche Ansprechpartner für eine Verbesserung des Schienenpersonennahverkehrs sind das Brandenburgische Infrastrukturministerium, sowie SPD und Union im Land und im Kreis, wo beide Parteien in sogenannten „großen Koalitionen“ miteinander regieren. Deren fehlerhafte Politik, sei es durch Kürzung der Regionalisierungsmittel, sei durch Untätigkeit gegenüber der Deutschen Bahn, hat zu der nun angespannten Lage im Regionalverkehr im östlichen Havelland geführt. Die Taktausdünnung im SPNV nach dem letzten großen Fahr-planwechsel im Mai 2006 ist ebenfalls das Ergebnis der Politik von SPD und Union im Bund und im Land.

Das nun im Falkensee Bürgermeisterwahlkampf beginnende Schwarze-Peter-Spiel zwischen Union und SPD, dass nämlich jeweils der andere für die Missstände verantwortlich sei, wäh-rend man selber nur die Verbesserungen bewirkt habe, muß zugunsten einer konstruktiven Regionalverkehrspolitik aufhören.

Zu den Fragen:

1. Die Züge der RE-Linie 4 halte ich für eine der wichtigsten Verbindungen Falkensees mit dem Berliner Stadtzentrum. Keine andere Zugverbindung ermöglicht so kurze Verbindungswege. Die wenigen Zwischenhalte in Spandau und am Bahnhof Jung-fernheide ermöglichen das Erreichen des Stadtzentrums in ca. 15 Minuten. Die Ein-richtung dieser Linie mit dem Sommerfahrplan 2006 stellt eine erhebliche Verbesse-rung des Nahverkehrsangebots in Falkensee dar.
Insofern weitere Halte der Züge der RE 4 den Betriebsablauf nachfolgender Züge nicht stören, sollte man auch aufgrund des großen Berufspendleraufkommens über zusätzliche Halte in Albrechtshof und Brieselang nachdenken. Hierzu müsste das Gespräch mit dem Infrastrukturministerium Brandenburg gesucht werden.
Natürlich wäre auch eine Verlängerung der RB 14 von Falkensee über Spandau nach Berlin Hauptbahnhof hinaus sehr wünschenswert. Das hängt jedoch maßgeblich von der Kooperationsbereitschaft des rot-roten Senats in Berlin ab. Der scheint jedoch ei-nen Parallelbetrieb von Regional- und S-Bahn zwischen Spandau und Charlottenburg abzulehnen.

2. Ich halte den S-Bahn-Lückenschluss zwischen Spandau und Falkensee für richtig. Beispiele anderer brandenburgischer Kommunen wie etwa Teltow zeigen, dass eine solche Maßnahme die Qualität des Nahverkehrsangebots erheblich steigern kann. Darüber hinaus zeigen die Bemühungen von Unions- und SPD-Landtagsabge-ordneten in Velten und Rangsdorf, dass der S-Bahn-Lückenschluss zwischen Berlin und Brandenburg auch andernorts eine attraktive und sehr begehrte Ergänzung des RE- und RB-Angebots darstellt.
Die S-Bahn ist jedoch nicht nur eine Verstetigung der Verbindung zwischen Falken-see und Spandau, die auch eine Taktverdichtung ermöglichen würde. Sie wäre auch ein Beitrag zur Verkehrsverflechtung von östlichem Havelland mit Berlin. Wün-schenswert ist natürlich eine Verlängerung der S-Bahn-Linie über Falkensee hinaus nach Finkenkrug. So könnte der Verkehr innerhalb Falkensees verdichtet werden. Das wäre ein wichtiger Beitrag für die Verbesserung der Verbindungen in das sich entwickelnde Stadtzentrum Falkensees mit neuem Gesundheitszentrum, CAMPUS-Sporthalle sowie den schulischen Einrichtungen wie Europa- und Diesterwegschule.
Freilich muß die S-Bahn eine Ergänzung des bestehenden Regionalbahnverkehrs sein. Eine Einschränkung des Regionalbahnverkehrs zugunsten der S-Bahn wäre nicht nur für Falkensee, sondern auch für die Nachbarkommunen ein Rückschritt.

3. Der Bürgermeister von Falkensee hat keinen direkten Einfluß auf die Gestaltung des Regionalbahnangebots. Als Bürgermeister würde ich zunächst die Landtagsabgeod-neten Barbara Richstein (CDU) und Heiko Müller (SPD) auffordern, sich endlich kon-sequent bei der von ihnen mitgetragenen Landesregierung für eine Verbesserung des Regionalbahnangebots einzusetzen. Darüber hinaus würde ich das intensive Gespräch mit betroffenen Bürgern und Bürgerinitiativen, sowie Parteien in Falkensee und Umland suchen, um die Möglichkeit von Konsenslösungen auszuloten. Dabei ist es auch notwendig, externe Berater und Experten zu Rate zu ziehen.

4. Die Entscheidung des scheidenden Bürgermeisters, sich aus der Arbeitsgemein-schaft der Gemeinden entlang der RE-Strecke Berlin-Wittenberge zurückzuziehen, kenne ich nicht und kann ich nicht bewerten. Ebenso kann ich nicht bewerten, in wel-chem Verhältnis Arbeitsaufwand und Ergebnisse in dieser Arbeitsgemeinschaft zu-einander stehen. Grundsätzlich bin ich für kommunenübergreifende Zusammenarbeit. Das gilt für alle Bereiche, sei es Wirtschaft, Bildung, Soziales und eben auch Verkehr. Arbeitsgruppensitzungen als Selbstzweck lehne ich ab.

5. Natürlich sind Pünktlichkeit und eine bürgergerechte Bahnhofsgestaltung wichtige Bestandteile eines optimalen Nahverkehrsangebots. Je attraktiver der Bahnhof und das Bahnhofsumfeld, desto attraktiver auch die Bahn als alternatives Verkehrsmittel zum Auto. Gleiches gilt für die Pünktlichkeit. Die Pünktlichkeit der Bahn ist ein not-wendiger Bestandteil der Kundenorientierung der Bahn. Nach wie vor fehlt – trotz mancher Verbesserung in den letzten Jahren – die notwenige Dienstleistungsmentali-tät bei der Bahn. Die Bahn ist keine Behörde, sondern hat die Zufriedenheit der Bahnkunden sicher zu stellen.
Freilich bleibt diskutabel, was als angemessener Standard der Züge und Bahnhöfe zu gelten hat. Als Liberaler befürworte ich flexible Lösungen, die zuerst und vor allem dem Bedürfnis der Bürger und Bahnkunden Rechnung tragen.

Zu 3., 4. und 5. gilt zu beachten:

Ein wichtiger Faktor für mehr Kundenorientierung und Verbesserung des Regional-bahnangebots ist es, mehr Wettbewerb auf die Schiene zu bringen. Als Bürgermeis-ter von Falkensee werde ich in 3 Jahren dafür Sorge tragen, dass das Land Bran-denburg nicht wieder 10-Jahres-Verträge mit der Bahn abschließt, die sowohl dem Land als auch den Bahnkunden die Wahlmöglichkeiten nehmen. Die Ausschreibung von Strecken und die Einbeziehung von Privatbahnen können bei strengen Auflagen und Gewährleistung von Qualitätsstandards dem Kunden nützen. Die Kunden müs-sen zwischen Bahnangeboten wählen dürfen; die Bahnkunden können durch ihre Wahl das schlechte Angebot abstrafen. Mehr Wettbewerb auf der Schiene nützt zu-nächst dem Bahnkunden.

6. Ich selbst pendle täglich zwischen Wohnort und Arbeitsplatz mit dem Regionalver-kehr. Dabei habe ich festgestellt, dass mit der neuen RE 4 die Anbindung an das Ber-liner Zentrum sich erheblich verbessert hat. Freilich bleibt die lange Streckenführung zwischen Wittenberge und Berlin ein Problem, da dadurch das Risiko von Verspätun-gen steigt.
Weiterhin ist ein Problem, dass zwischen 0 und 4 Uhr kein Regionalverkehr zwischen Berlin und Falkensee existiert. Da sollte das Gespräch mit Berlin gesucht werden, um zu einer kooperativen Lösung zu kommen.
Die Gestaltung eines angenehmen Bahnhofsumfeldes ist wichtiger Bestandteil einer positiven Stadtentwicklung. Allerdings wird die Zahl der Bahnfahrer aller Voraussicht nach in den nächsten Jahren noch zunehmen. Das wird die Frage nach geeigneten Park-&-Ride-Plätzen aufwerfen. Hier werde ich frühzeitig Planungen in die Wege lei-ten, die sowohl dem Bedürfnis der Bahnfahrer als auch dem Umweltschutz Rechnung tragen. Zu denken wäre, die Stellplätze an der neu zu errichtenden CAMPUS-Sporthalle als Park-&-Ride-Plätze zu nutzen. In Finkenkrug ist die Aufgabe umwelt-schonender Maßnahmen zur Errichtung von PKW-Abstellmöglichkeit ungleich schwieriger. Hier muß dringend das Gespräch mit den Bürgern vor Ort gesucht wer-den.

BM-Kandidat Mike Krüger (parteilos) zu den Fragen des Aktionsbündnisses

Zu 1.) Es ist nicht weg zu reden, dass sich die Anbindung des Havellandes mittels Nahverkehr in den letzten Jahren merklich verschlechtert hat. Meine Position ist die, dass der Zustand von vor 5 Jahren wieder hergestellt werden muss. Falkensee macht sich auf Mittelzentrum zu werden, ein solches nimmt Aufgaben für die Region war. Ich gehe noch einen Schritt weiter und sage: nimmt Verantwortung für die Region war. Bürger ziehen raus ins Grüne um dann einige Jahre später nachdem sie umfangreiche Investitionen getätigt haben festzustellen, dass sie nur noch auf Umwegen zur Arbeit nach Berlin kommen. Für mich ist das ein Skandal. Als Stadtverordneter sind die Möglichkeiten darauf Einfluss zu nehmen eher gering. Die Stadtverordnetenversammlung hat einstimmig eine Petition an den Landtag verfasst der die Ausdünnung des Regionalbahnverkehrs verurteilt. Aber so lange selbst unsere ortsansässigen Landespolitiker, namentlich Frau Richstein und Herr Müller untätig zuschauen werden wir auf Granit beißen. Es müssen spektakuläre Aktionen her die die Medien auf die Missstände aufmerksam machen.

Zu 2.) Ich bin gegen eine Verlängerung der S-Bahn nach Falkensee. Wer glaubt wir bekämen diese ohne dass der Regionalbahnverkehr weiter ausgedünnt wird, ist ein naiver Träumer. Ich sehe auch keinerlei Vorteil in dieser Verlängerung. Die Problematik der Finkenkruger und Brieselanger bleibt davon unberührt. Die Fahrtzeit nach Spandau bleibt gleich. Und ob die Züge nun alle 20 oder 30 min fahren, dürfte wohl kaum dieses Investitionsvolumen rechtfertigen. Abgesehen davon fuhren die Regionalbahnen früher in den Stosszeiten alle 20 min.

Zu 3.) Als Bürgermeister von Falkensee würde ich mich mit den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden und den entsprechenden Verbänden zu einer Agenda zusammenschließen. Diese müsste mit Bussen zu den Beratungsterminen zwischen Land und Bahn Demonstrationen organisieren. Immer wieder und immer wieder. Anfangs würde nur der BRB darauf aufmerksam werde, Ziel muss aber sein bundesweit Aufmerksamkeit zu erzielen. Eines habe ich in meiner politischen Laufbahn erkannt, wer am lautesten schreit, erreicht am meisten.

Zu 4.) Der derzeitige Bürgermeister hat meinem Erachten nach resigniert. Dies darf man ihm nach seiner langen Amtszeit nachsehen. Irgendwann ist jeder des Kämpfens müde. Mit meiner Idee der Agenda habe ich die Frage beantwortet.

Zu 5.) Ich denke über solche Selbstverständlichkeiten sollte Parteiübergreifender Konsens bestehen. Dennoch sage ich ganz deutlich, solche Ziele können anvisiert werden wenn die Hauptprobleme beseitigt sind. Und der Hauptfokus muss die Wiedereinsetzung einer funktionierenden Anbindung auch für die umliegenden Gemeinden sein.

Zu 6.) Ich selbst benutze die Bahn nur wenn ich am Wochenende zu Veranstaltungen nach Berlin fahre. Aber meine Lebensgefährtin nutzt diese täglich. Und somit kann ich auf ihre negativen Erfahrungen zurückgreifen. Ich setze einfach nur das Stichwort Pünktlichkeit. Wenn man dazu den Fahrpreis in Relation setzt, so weiß ich nicht von welchem Gewerke man sich sonst noch derartige Frechheiten bieten lassen würde.
Gegenüber diesem Monopol und der Unfähigkeit der Landesregierung dagegen vorzugehen kann das Gefühl der Ohnmacht einen ergreifen. Aber ich glaube fest daran, dass wenn Menschen sich zusammenschließen unter einer schlagkräftigen Führung auch scheinbar unmögliche Veränderungen herbeigeführt werden können. Ich habe den Fall der Mauer noch nicht vergessen.