Aktuell +++ Aktuell+++ Aktuell: S-Bahn-Gutachten veröffentlicht

Das Ministerium für Infrastrucktur und Raumordnung desx Landes Brandenburg hat das Gutachten zur Prüfung der Wirtschaftlichkeit einer S-Bahn-Verlängerung nach Falkensee veröffentlicht und ins Internet gestellt. Das Aktonsbündnis Pro Regionalverkehr Osthavelland hat hierzu sowie zu den aktuellen Äußerungen von Bürgermeister Heiko Müller in der MAZ vom 26.3.2008 eine Presserklärung (siehe unten) veröffentlicht, mit der die politisch Verantwortlichen dazu aufgerufen werden, den bisherigen Streit hinter sich zu lassen und auf Grundlage der Ergebnisse des Gutachtens gemeinsam für einen besseren Regionalbahnverkehr im Osthavelland einzutreten.

Endlich Signale auf Grün für RB und RE
Nach S-Bahn-Gutachten ist gemeinsames Handeln gefragt

Falkensee, 31.3.08 – In der Debatte um S-Bahn oder Regionalbahn liegen die Fakten nun auf dem Tisch. Selbst das unter anderem vom Landkreis Havelland in Auftrag gegebene Gutachten (das eigentlich den S-Bahn-Bau befördern sollte), kommt zu dem Schluss, dass mit einer S-Bahn weniger Menschen zwischen Falkensee und Nauen öffentliche Verkehrsmittel benutzen würden als ohne. Mit Blick auf die Fahrzeiten der S-Bahn ist dies nicht sehr erstaunlich und bestätigt die Sichtweise unserer im Aktionsbündnis PRO Regionalverkehr Osthavelland zusammengeschlossenen Pendlerinitiativen: Statt der S-Bahn müssen Erhalt und Ausbau von Regionalbahn und Regionalexpress im Vordergrund stehen.

Es macht keinen Sinn, nach den Zahlen der Planer rund 45 Millionen Euro auszugeben, um ein Verkehrsmittel zu bauen, das in Brandenburg für die meisten Betroffenen mehr Nach- als Vorteile hätte. Das sollten nun auch die bislang hartnäckigsten S-Bahn-Befürworter verstanden haben. Ohnehin dürften die Kosten in Wahrheit wesentlich höher ausfallen (auch der Bau der S-Bahn nach Teltow wurde wesentlich teurer als veranschlagt), was das Kosten-Nutzen-Verhältnis weiter verschlechtern würde.

„Die derzeitige Bahnanbindung mit Regionalexpress und Regionalbahn ist für die Brandenburger Fahrgäste attraktiver als eine Bahnanbindung mit Regionalexpress und S-Bahn“, sagte Falkensees Bürgermeister Heiko Müller Ende März der MAZ. Das sehen wir genauso.

Nun wollen Müller und wohl auch andere allerdings gleichwohl eine Option auf den künftigen Bau einer S-Bahn offen halten, mindestens aber auf den Bau eines dritten Gleises zwischen Berlin-Spandau und Falkensee/Finkenkrug, evtl. auch darüber hinaus. Nun ist gegen Optionen für die Zukunft grundsätzlich nichts einzuwenden. Auch der Bau eines dritten Regionalbahngleises könnte nützlich sein. Allerdings wird dessen Wirkung aufgrund verschiedener technischer Probleme meist überschätzt und der eigentliche Engpass für den Regionalverkehr ist eher im Bahnhof Spandau zu finden als auf der offenen Strecke.

Was uns wichtig ist, ist etwas anderes: Die jetzt fällige Entscheidung, „auf Erhalt und möglichst Ausbau der Regionalbahn zu setzen“ (Heiko Müller, MAZ 26.3.), darf durch Optionsmodelle nicht verwässert werden. Trassen frei halten, o.k., aber nicht z.B. wegen einer unsicheren und aus heutiger Sicht auch gar nicht gewünschten S-Bahn-Planung jetzt dringend notwendige Entscheidungen und Investitionen zugunsten des Regionalbahnverkehrs vernachlässigen. Auch darf es keine S-Bahn-Planung durch die Hintertür geben.

Wir rufen alle verantwortlichen Politiker in Falkensee und Brieselang und auch den Landkreis Havelland auf, jetzt endlich die durch den S-Bahn-Streit entstandene Blockade zu überwinden und gemeinsam und entschlossen auf allen Ebenen für die Optimierung des Regionalbahnverkehrs einzutreten. Dabei geht es uns um sehr konkrete Ziele, die nicht viel Geld kosten (jedenfalls verglichen mit den S-Bahn-Investitionen), aber uns Bahnfahrern viel bringen würden:

Neben der stündlich verkehrenden RB 14 muss es möglichst viele weitere Züge geben (z.B. RB10), die halbstündlich versetzt dazu über Berlin-Spandau hinaus die Bahnhöfe des östlichen Havelland mit dem Berliner Stadtzentrum verbinden. Wo sich dies in Randzeiten nicht lohnt, muss es – auch abends und am Wochenende – mindestens Züge nach Spandau mit guten RE-Anschlüssen dort in Richtung Berlin-Mitte geben. RE-Züge müssen möglichst oft auch wieder in Brieselang, Finkenkrug, Albrechtshof und Seegefeld halten. Neue innovative Bahn-Konzepte, wie sie unter Namen wie „Stadt-Express“ oder „SX-Bahn“ diskutiert werden, müssen endlich aufgeschlossen geprüft werden.

Benno König, Aktionsbündnis PRO Regionalverkehr Osthavelland

Konzert mit „The Beez“ am 5. April 2008

So voll dürfte das Bürgerhaus bisher noch nie gewesen sein! Vor mehr als ausverkauftem Haus begeisterten „The Beez“ (http://www.thebeez.de/) einmal mehr ihre Fangemeinde mit ihren unnachahmlichen Interpretationen von anrührenden, albernen, alles und nichts sagenden Pop- und Rocksongs aus aller Welt.

The Beez

Photogalerie

Veröffentlicht unter 2008

15. Dezember 2007 – Konzert mit der irischen Folkloregruppe „Mairi’s Wedding“ – traditionelle irische Musik

Marie's Wedding

Wer hat nicht schon einmal von Irland geträumt? Und wer einmal dort war, den hat es gepackt, der möchte alles auf einmal in sich aufsaugen, nie mehr zurück und den Traum weiter(er)leben. Mairi’s Wedding verhelfen zu einem unvergesslichen „live“ Trip zurück zur grünen Insel. Wie das Land, so kommt die Musik in bunt schillernden, klaren Farben daher, mal überschwänglich, pulsierend und lebensfroh, mal herzzerreißend, weich und melancholisch. Dabei beeindruckt die Band mit Authentizität, Bühnenpräsenz und sympathischem, lockerem Auftreten, und es gelingt ihnen immer wieder, ihr Publikum mit einer perfekten Mischung aus fetzigen irischen Tänzen, gefühlvollen Balladen und interessanten Songs für sich zu gewinnen. Mairi’s Wedding bestehen aus Suzanne Linehan (Gesang, Bodhrán, irischer Tanz), Bernd Lüdtke (Fiddle, Bouzouki, Bodhrán, Gesang) und Aaron Shirlow (Gitarre und Gesang).

Suzanne Linehan (Gesang, Bodhrán, irischer Tanz) kommt aus einer irisch-amerikanischen und deutschen Künstlerfamilie. Ab dem 5. Lebensjahr machte sie eine Ausbildung im klassischen Ballet und Volkstanz in der Ballettschule ihres deutschen Großvaters, Fritz Rudloff-Winter (Pianist, Choreograph und Journalist). Später kam dann aufgrund ihres Familienbackgrounds noch irischer Tanz dazu. Außerdem absolvierte sie eine klassische Gesangsausbildung und ließ sich im traditionellem irischen Gesang und an der Bodhrán (Percussionsinstrument) ausbilden. Sie nahm Unterricht in Schauspiel und Musical und ist daher ab und zu auch bei internationalen und deutschen Filmproduktionen mit dabei. Ihre große Liebe gehört aber dem traditionellen irischen Gesang, auch dem Séan Nos (ein traditionaller irischer Gesangsstil, der a-capella vorgetragen wird). Sie hat eine sehr klare und ausdrucksstarke Sopranstimme und bringt mit ihren irischen Balladen ihre Zuhörer zum Träumen. Suzanne spielt und singt auch seit Jahren regelmäßig bei Sessions, bei der sich Irish Folk-Musiker zum gemeinsamen Musizieren treffen. Dabei traf sie auch auf Bernd Lüdtke und Aaron Shirlow

Bernd Lüdtke (Fiddle, Bouzouki, Bodhran, Gesang) ist in West-Berlin geboren und aufgewachsen, und nahm mit 9 Jahren bereits Klassischen Gitarrenunterricht. Die Einflüsse der Englischsprachigen Sender AFN und BFBS mit ihrer Folk-und Countrymusik führten dazu, dass er bereits mit 16 Jahren Folk-Gitarre (z.B. Leo Kottke) und 5-string Banjo spielte. Bald war er in mehreren Gruppen in Berlin aktiv, sowohl im Bluegrass-als auch im Irish-Folk-Bereich. Mit 17 Jahren errang er einen Nachwuchsgitarristen-Preis. Seine schnelle musikalische Auffassungsgabe führte dazu, dass er bald auch noch Tenor-Banjo, Mandoline, Bodhran und Irische Bouzouki spielte und zu einem sehr begehrten Gruppen-und Studiomusiker wurde. Nach seinem Studium wechselte er ins Profi-Lager. Er begann auch, durch Lehrer und Workshops in Irland, Irish Fiddle zu lernen. Bei Mairi’s Wedding bringt er seine Ideen in die Arrangements der Stücke ein und kümmert sich auch um die Beschallungstechnik der Gruppe.

Aaron Shirlow (Sänger, Gitarrist und Songschreiber) wurde in Belfast geboren. Früh schon interessierte ihn die aus den USA kommende Folk-Wave Bewegung mit ihren Protagonisten Bob Dylan, James Taylor oder Neil Young. Er erlernte das Gitarrenspiel und mischte in der Belfaster musikszene mit. Als er Anfang zwanzig war, zog er nach England, und beteiligte sich an einigen Folk-Rock Projekten und begann eigene Lieder zu schreiben. Nach etlichen Touren mit verschiedenen Musikern durch Europa, kam er nach Berlin, eigentlich um 3 Wochen Urlaub zu machen. In Berlin lernt man leicht Iren und Deutsche, die irische Musik machen, bei den verschiedenen Sessions kennen. Hier stieß Aaron auf Bernd Lüdtke, der in der Band „Kesh & Kerry“ spielte. Aaron stieg bei dieser Band ein, die nach einiger Zeit und einigen Umbesetzungen zu der Berliner Band „Midnight Court“ wurde. Gemeinsam mit Berndt Lüdke und Suzanne Linnehan spielt er in „Mairi’s Wedding“. Seine kompositorischen Fähigkeiten stellte er mit der Musik zu dem Ballett „Celtic Touch“ unter Beweis, welches in Berlin (Deutsche Oper und Komische Oper) und Longford Theater aufgeführt wurde. Außer den Songs, die er zu den drei Midnight Court-CD´s beigesteuert hat, schrieb er auch Songs für das Ballett „Irish Soul“ welches 2001 im Wiesbadener Staatstheater uraufgeführt wurde und zu dem Midnight Court live musiziert.Mit seiner sanften und dennoch kräftigen Stimme fasziniert er sein Pulikum von Beginn an und mit seiner in DADGAD gestimmten bassbetonten Gitarre treibt er den Rhythmus bei den fetzigen Tunes.

Veröffentlicht unter 2007

Feuerwerk im Bürgerhaus: die argentinischen Sängerin Marili Machado gastierte am 2. November 2007 im Bürgerhaus

Marili Machado

Es hat inzwischen Tradition: zum dritten Mal in Folge trat die argentinische Sängerin Marili Machado, seit 2003 Kulturbotschafterin ihres Landes, im Bürgerhaus auf. Vor restlos ausverkauftem Haus präsentierte sie tempermentvoll und ausdrucksstark ihr neues Programm, das ein breites Spektrum der südamerikanischen Musik vom Tango über Milongas bis hin zur Folklore darbot. Nach standing ovations und vielen Zugaben versprach sie dem begeisterten Publikum, Finkenkrug im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder zu besuchen.

Veröffentlicht unter 2007

5. Oktober 2007 – 20.00 h – Konzert mit dem Gitarren-Duo Alexej Wagner und Alexej Krupsky

Jazz, osteuropäische und russische Folklore, russische Roma-Musik, Sinti-Swing, Jazz Pop Musik in der Bearbeitung für zwei Gitarren

Alexy Wagner Duo

Die beiden herausragenden Musiker spielen seit 2004 zusammen und nehmen als Duo regelmäßig an diversen Ethno-Jazzfestivals teil. Die Palette ihres Repertoirs reicht von ost-europäischer Folklore bis zu traditionellen Jazz oder modernen Rock-und-Pop Nummern. Nach ihrem großen Erfolg auf dem Jazz-Festival in Kiev in 2006 nahmen die beiden ihre erste CD “ April Sky “ auf.

Alexej Wagner ist dem Finkenkruger Publikum schon gut bekannt. Im April 2006 gastierte er mit dem Carlos Mieres-Trio im Bürgerhaus und faszinierte das Publikum mit seinem herausragenden Gitarrenspiel.

Alexey ‚Wagner wurde 1975 in Barnaul (Süd-West Sibiriens in Russland) geboren. Von 1985-1990 besuchte er die Musikschule im Fach Klassische Gitarre. 1990-1994 Studium im College für Musik mit abgeschlossenem Diplom.1989,1990,1993 Gewinner des regionalen Musikwettbewerbs in Barnaul und Novosibirsk. 1996-1998 Konzerttätigkeit in der Staatlichen Philarmonie der Altai-Region. In dieser Zeit war er als Sessionmusiker im Radio, Fernsehen und in den Tonstudios tätig. Seit 2000 lebt er in Berlin. 2000-2004 Studium an der Hochschule für Musik „HANNS EISLER“ im Bereich Jazz-Popularmusik bei Prof. Giorgio Crobu mit abgeschlossenem Diplom. Inzwischen ist Aöexey ein festes Mitglied in verschiedenen Projekten und Bands wie z.B. der CATHRIN PFEIFER BAND, GUIDA VARGAS BAND, WILLIAM RAMSEY BAND, DERYA & SANA BANA BAND, ROMENCA, und dem CARLOS MIERES TRIO. Alexej Wagner engagiert sich auch als Solo-Konzertgitarrist. Mitwirkung und Aufnahmen im Radio, Fernsehen und Tonstudios. Teilnahme in diversen Jazz und Ethnofestivals. Zahlreiche Konzerte in Deutschland, Österreich, Italien, Niederlande, Dänemark, Tschechien, England, Finnland, Russland und Kazakhstan.

Alexey Krupsky wurde 1978 in Kiew geboren. Von 1982 bis 1988 Studium an der Musikschule in Kiew im Fach Violine. 1985 erste Gitarrenstunden bei dem bekannten Jazzgitarristen und Pädagogen Wladimir Molotkow. Von 1988-1992 besuchte er die Musikschule bei der Nationalen Musikakademie P.I.Tschaikowsky in Kiew. Von 1993-1996 studierte er an der R.M.Glier Musikfachschule (Fach:Violine und Jazzgitarre). Er spielte im Duo mit Wladimir Molotkow, Swing College Band und nahm an zahlreichen Konzerten und TV/Radio-Sendungen teil. In 1999-besuchte Berklee Summer School in Perugia/Italien. Von 1997-2002 studierte er an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. In dieser Zeit hatte A.K. viele Auftritte in Berliner Jazzclubs, u.a. mit der Big Band der Hochschule für Musik (Leitung Jiggs Whigham), machte die Filmmusik Aufnahmen für ZDF, ARTE. In 2001-Auftritte mit dem Sänger Brandon Stone bei Charity `01. Von 2003-2005 studierte er Musikwissenschat an der (Humboldt Universität/Berlin). 2005-2006 – Auftritte beim Filmfestival Berlinale Musikveranstaltungen bei ZDF uva. Alexey Krupsky ist auch als Gitarrenlehrer an den Berliner Musikschulen tätig. Seit 2004 spielt er im Gitarrenduo mit Alexey Wagner. Das Duo hatte erfolgreiche Auftritte beim Berliner Jazztreff 2004+2005, beim Internationalen Jazz Festival in Kiew 2006.

Veröffentlicht unter 2007

Aktuell +++ Aktuell+++ Aktuell: Die fünf Bürgermeister-Kandidaten nehmen Stellung in Sachen Bahn

Die Bahn-AG des Bürgervereins Finkenkrug hat gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Pro Regionalverkehr Osthavelland in den vergangenen Wochen den fünf Falkenseer Bürgermeisterkandidaten eine Reihe von Fragen zu ihren politischen Zielen in Sachen Bahn gestellt. Wir haben darauf zum Teil sehr ausführliche und detailreiche Antworten erhalten, deren Kernpunkte in der unten folgenden Pressemitteilung, veröffentlicht in der MAZ vom .. , zusammengefasst sind. Wir möchten damit einen Beitrag zur Meinungsbildung im Vorfeld der Bürgermeisterwahl leisten und den bahninteressierten Bürgern eine Entscheidungshilfe an die Hand geben. Die den BM-Kandidaten gestellten Fragen und deren vollständige Antworten sind ebenfalls auf dieser Homepage veröffentlicht.

Auch für die SPD ist die S-Bahn kein Dogma mehr

Bürgermeisterkandidaten stehen Pendlerinitiativen Rede und Antwort
Zießnitz, Strehl und Krüger klar für Regionalbahn und Regionalexpress

Geht es um das heikle Thema S-Bahn, so sind unter den Falkenseer Bürgermeisterkandidaten die Mehrheitsverhältnisse klar: Drei von ihnen, Daniela Zießnitz (CDU), Dietmar Strehl (Grüne) und Mike Krüger (parteilos) gaben in einer aktuellen Umfrage des Bahn-AK des Bürgervereins Finkenkrug und des Aktionsbündnisses Pro Regionalverkehr ohne Einschränkung dem Erhalt und Ausbau des Regionalbahnverkehrs den Vorrang. Aber auch Heiko Müller, dessen SPD lange auf die S-Bahn drängte, sieht in der Regionalbahn zumindest vorerst die bessere Lösung. Allerdings möchte er auf eine langfristige Option auf die S-Bahn nicht verzichten. Für die S-Bahn wirbt allein noch Torsten Bathmann (FDP), doch auch er mit Einschränkungen.

Müller will sich als Bürgermeister vorrangig für die Verstetigung und Verbesserung des RB-Angebots einsetzen, denn „derzeit ist die RB10/RB14 das attraktivere Angebot“. Weiter schreibt Müller allerdings: „Ich halte es für falsch, die S-Bahn nach Falkensee grundsätzlich abzulehnen“, denn falls Berlin RB-Verkehr abbestellen sollte, würde diese künftig vielleicht noch gebraucht. Daher will Müller „auf die Regionalbahn setzen und trotzdem die Option auf eine Verlängerung der S-Bahn nach Falkensee offen halten“. Von der reinen Pro-S-Bahn-Linie des scheidenden Bürgermeisters Bigalke hebt sich Müller damit deutlich ab.

Eindeutiger ist die Position von Zießnitz: „Da nach meiner Überzeugung der Bau einer S-Bahn bis Falkensee/Finkenkrug zu einer Verschlechterung des Regionalverkehrs führen wird, lehne ich dieses Vorhaben ab.“ Die Kandidatin der CDU argumentiert vor allem mit „einer erheblichen Verlängerung der reinen Fahrzeit“ für die Pendler, wenn diese mit der S-Bahn statt mit RB und RE fahren müssten. Eine S-Bahn als Ergänzung zur RB wäre aus Sicht von Zießnitz zwar positiv, dies sei jedoch vor dem Hintergrund knapper werdender Mittel „absolut unrealistisch“.

Die S-Bahn sei innerhalb Berlins hervorragend, „je weiter sie aber fahren muss, desto weniger kann sie die heutigen Anforderungen erfüllen“, schreibt auch Strehl. Krüger sieht ebenfalls „keinerlei Vorteil“ in einer S-Bahn-Verlängerung. Bathmann hält dagegen „einen S-Bahn-Lückenschluss für richtig“. Auch er fügt jedoch hinzu, eine S-Bahn wäre „ein Rückschritt“, wenn sie mit Einschränkungen im Regionalbahnverkehr verbunden wäre.

Auf die Frage nach zusätzlichen Haltepunkten für den Regionalexpress schreibt Müller, der selbst eher Gelegenheitsbahnfahrer ist, er setze sich schon lange auf unterschiedlichen Ebenen für Halte auch in Finkenkrug, Brieselang, Seegefeld und Albrechtshof ein. Zießnitz hält dies für unrealistisch, würde als Bürgermeisterin aber als Alternative einen ganztägigen Halbstundentakt von RB14 und RB 10 anstreben. Dabei solle die RB10 wie die RB14 über die Berliner Stadtbahn durchgebunden werden, mindestens aber in Charlottenburg einen Anschluss an die RE7 erhalten. Ähnlich argumentiert auch Strehl, der einen dichten Takt mit Hilfe des SX-Konzepts erreichen will. Bathmann hält Zusatzhalte nur in Brieselang und Albrechtshof für überlegenswert, nicht aber in Finkenkrug. Krüger möchte wieder einen Halbstundentakt von allen Bahnhöfen wie vor fünf Jahren, ohne sich auf Details festzulegen.

Übereinstimmend wollen sich alle Kandidaten im Fall ihrer Wahl für Pünktlichkeit und angemessene Qualitätsstandards im Bahnverkehr einsetzen, Müller zum Beispiel durch eine Überdachung der Bahnsteigbereiche. Zießnitz, selbst Bahnpendlerin, würde als Bürgermeisterin darauf dringen, dass das Land bei Mängeln Geld von der Bahn zurückfordert. Bahnpendler Strehl will sich unter anderem für die Klimatisierung aller Züge stark machen. Für Krüger, Gelegenheitsbahnfahrer, ist wie auch für seine Mitbewerber die Pünktlichkeit ein großes Anliegen. Bathmann, der die Bahn regelmäßig nutzt, will ein besseres Parkplatzangebot an den Bahnhöfen erreichen. Alle Kandidaten wollen auch die Zusammenarbeit der Bahnanliegergemeinden ausbauen, die unter Bigalke mit dem Austritt Falkensees aus der entsprechenden Arbeitsgemeinschaft zurückgefahren worden war. Strehl will dabei auch Pendlerinitiativen unmittelbar mit einbinden.

Bahn-AG und Aktionsbündnis bedanken sich bei allen Kandidaten für ihre ausführlichen Antworten, deren vielseitige Argumente hier nur stark verkürzt wiedergegeben werden können. Die vollständigen Antworten sind im Internet unter www.buergerverein-finkenkrug.de“ und dort unter „Bahn-AG“ nachlesbar.

Verantwortlich: Bahn-AG des Bürgervereins Finkenkrug, Benno König

Fragen des Aktonsbündnisses Pro Regionalverkehr Osthavelland an die fünf Bürgermeister-Kandidaten

Fragen an die Bürgermeisterkandidatin und – kandidaten zum Thema Bahn:

1. Derzeit halten die Züge der RE-Linie 4 zwischen Nauen und Spandau nur in Falkensee, nicht aber in Brieselang, Finkenkrug, Seegefeld und Albrechtshof. Wie stehen Sie zur Frage zusätzlicher Regionalexpress-Halte auf dieser Strecke? Auf welche Weise würden Sie sich ggf. dafür einsetzen? Auf welche Weise haben Sie dies ggf. bereits getan? Sollten zusätzliche RE-Halte nicht durchsetzbar sein, würden Sie sich dann für eine Verlängerung der überall haltenden RB-Züge, die jetzt in Spandau enden, zum Berliner Stadtzentrum einsetzen?

2. Wie stehen Sie zu den Plänen für einen S-Bahn-Bau bis Falkensee oder Finkenkrug? Falls Sie dieses Projekt grundsätzlich befürworten sollten, würden Sie dafür auch Einschränkungen des Regionalbahnverkehrs in Kauf nehmen und wenn ja, in welchem Umfang?

3. Was würden Sie als Bürgermeister(in) tun, um das Regionalbahnangebot für Falkensee, Finkenkrug und die übrigen Bahnhöfe im Osthavelland mindestens zu erhalten, möglichst aber zu verbessern? Was haben Sie dafür bereits getan?

4. Wie bewerten Sie die Entscheidung des scheidenden Bürgermeisters, wegen des damit verbundenen Arbeitsaufwands aus der Arbeitsgemeinschaft der Gemeinden entlang der RE-Strecke Berlin Wittenberge auszutreten? Würden Sie dies als Bürgermeister(in) wieder rückgängig machen?

5. Würden Sie sich als Bürgermeister(in) für Pünktlichkeit und angemessenen Standard der Züge und Bahnhöfen auf der Falkenseer Strecke einsetzen? Wenn ja, wie und auf welcher Ebene?

6. Benutzen Sie selbst den Regionalverkehr von oder nach den Falkenseer Bahnhöfen, wie sind Ihre Erfahrungen damit und auf welche Weise würden diese ggf. in Ihre Arbeit als Bürgermeister(in) einfließen?

Bitte schicken Sie Ihre Antworten bis zum 15. Juni 07 per e-Mail an benno-koenig@arcor.de oder per Post an Aktionsbündnis Pro Regionalverkehr Osthavelland, c/o Benno König, Bachstelzenstraße 21, 14612 Falkensee. Herzlichen Dank für Ihre Mitarbeit!

BM-Kanditat Heiko Müller (SPD) zu den Fragen des Aktinsbündnisses

Bei allen Überlegungen zur Verbesserung der Bahnanbindung von Falkensee möchte ich anmahnen, die
Realisierbarkeit von Forderungen nicht aus dem Blick zu verlieren.
In 5 Jahren werden wir feststellen, dass viele der Wünsche von Bahnkunden aus Falkensee nicht umgesetzt
werden konnten. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die für Falkensee wichtigsten Verbindungen über
Berliner Gebiet verlaufen. Der Einfluss Falkensees auf die finanzpolitischen Entscheidungen in Berlin ist quasi
Null. Selbst das Land Brandenburg hat nur einen sehr begrenzten Einfluss auf Berlin. Wer diese
Rahmenbedingung ausblendet, macht den Bahnkunden in Falkensee etwas vor.
Wir müssen offen über Ziele und die Umsetzbarkeit der Ziele diskutieren. Nur so wird es gelingen, alle Kräfte so
zu bündeln, dass die erreichbaren Ziele auch erreicht werden.

Zu Frage 1.
Ich halte den Halt der RE4 an den Haltepunkten Brieselang, Finkenkrug, Seegefeld und Albrechtshof für
sinnvoll – insbesondere im Berufsverkehr. Diesen Standpunkt habe ich in diversen Gesprächen insbesondere
mit dem VBB und dem Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung seit Jahren vertreten. Diesen Standpunkt
werde ich auch weiter vertreten. Zwei Hauptgegenargumente sind immer wieder zu hören: Erstens wird auf die
Funktion der Regionalexpresslinien als Bahnanbindung für die weiter von Berlin entfernten Bereiche Brandenburgs verwiesen. Zweitens wird auf die Kapazitätsprobleme des Bahnabschnittes zwischen Nauen und
Berlin-Spandau verwiesen. Zusätzliche Halts würden die Gefahr von Verspätungen wegen des Vorrangs der
ICE-Züge erhöhen. Ich halte beide Argumente nicht für unumstößlich. Allerdings ist die Bereitschaft bei VBB
und Land nicht groß, eine Änderung vorzunehmen.
Auch eine Verlängerung der RB10 in das Stadtzentrum halte ich für wünschenswert. Wegen der finanziellen
Mehrbelastungen ist diese Variante aber als problematisch einzustufen. Ich erkenne weder beim Land Berlin
noch beim Land Brandenburg eine Bereitschaft, die Bestellung dieser zusätzlichen Zugkilometer zu
entscheiden. Zusätzliche Halts der RE wären finanziell weniger aufwendig.

Zu Frage 2.
Es geht nicht um die Frage „S-Bahn oder Regionalbahn“, sondern um die Frage, wie bekommen wir das
attraktivste Bahnangebot hin. Ich halte es in diesem Zusammenhang für falsch, die S-Bahn nach Falkensee
grundsätzlich abzulehnen. Allerdings ist die RB10/RB14 derzeit das attraktivere Angebot. Deswegen geht es
primär um die Verstetigung bzw. Verbesserung des RB-Angebotes.
Bei objektiver Betrachtung wird man aber erkennen, dass wir bei der Bestellung der RB auf Berlin angewiesen
sind. Es ist unrealistisch anzunehmen, dass Brandenburg in der Lage und bereit ist, auf Dauer die Bestellung
der RB auf Berliner Gebiet zu finanzieren. Niemand kann heute sagen, ob Berlin diese Bestellung auf Dauer
finanziert. Diskussionen dazu hat es wiederholt in Berlin und zwischen Berlin und Brandenburg gegeben.
Zudem werden zu meinem Bedauern derzeit die Töne zwischen Berlin und Brandenburg rauer. Das sich daraus
ergebene Risiko auszublenden, ist verantwortungslos.
Ich halte es deswegen für richtig, auf die Regionalbahn zu setzen und trotzdem die Option auf eine
Verlängerung der S-Bahn nach Falkensee offen zu halten. Dazu gehört sowohl die Finanzierungsoption durch
den Bund als auch die Trassenfreihaltung einschließlich der notwendigen Flächen für einen zusätzlichen
Bahnsteig am Bahnhof Falkensee. Das bedeutet gleichermaßen, dass das Ziel nicht die Einschränkung des
RB-Angebotes zugunsten der S-Bahn sein sollte, sondern die S-Bahn-Option die Vorsorge für den Fall ist, dass
das RB-Angebot durch Berlin eingeschränkt wird.
Dieser Fall könnte z.B. eintreten, wenn die S-Bahn auf Berliner Gebiet bis zur Stadtgrenze verlängert wird. In
diesem Falle würde aller Voraussicht nach Berlin die Finanzierung der RB auf Berliner Gebiet erneut in Frage
stellen.

Zu Frage 3.
Der erfolgversprechendste Ansatz ist die Zielsetzung, die RE4 im Berufsverkehr an den zusätzlichen
Haltepunkten halten zu lassen. Diese Zielsetzung ist mit dem geringsten finanziellen Mehraufwand verbunden.
Der zweite Ansatz wäre die Veränderung der RB10 hin zur RB14 – also die Durchbindung auch dieser Züge
durch Berlin. Dazu habe ich bereits diverse Gespräche auf lokaler Ebene, mit Vertretern der Deutsche Bahn
AG, des VBB, mit Landtagsabgeordneten, den zuständigen Ministern und dem Ministerpräsidenten geführt. Wir
sollen uns aber hüten den Eindruck zu erwecken, eines dieser beiden Ziele wäre einfach zu erreichen.
Trotzdem werde ich diese Ziele weiter verfolgen.
Außerdem ist es mein zentrales Ziel, die Trasse für weitere Gleise zwischen Falkensee und Berlin-Spandau zu
erhalten. Egal ob diese Option in 5, 10 oder 20 Jahren benötigt wird, egal ob die Züge darauf dann S-Bahn,
Regionalbahn, SX-Bahn oder sonst wie heißen – ich möchte nicht irgendwann feststellen müssen, dass wir uns
die Chance auf bessere Angebote auf der Schiene verbaut haben oder verbauen haben lassen.

Zu 4. Zusammenarbeit mit den Anliegern an der Hamburger Bahn ist sinnvoll und sollte ausgebaut werden.

Zu 5. Selbstverständlich. Wie Sie wissen, gibt es keinerlei direkten Einfluss der Stadt oder des Bürgermeisters
auf die Pünktlichkeit der Züge oder deren angemessenen Standard. Wie auch in der Vergangenheit werde ich
mich aber auch weiterhin öffentlich und in direkten Gesprächen gegenüber der Deutsche Bahn AG, dem VBB
und dem Land Brandenburg dafür einsetzen, dass die Qualität der Bahnangebote weiter verbessert wird. Im
Zusammenhang mit der Verbesserung des Standards der Bahnhöfe muss nochmals versucht werden, mit der
Deutsche Bahn AG einen Weg zu finden, der eine angemessene Überdachung der Bahnsteigsbereiche
ermöglicht. Die derzeitigen „Buswartehäuschen“ sind in keiner Weise für einen Bahnhof mit so hohen
Nutzungszahlen geeignet. Gespräche dazu hat es seitens der Stadtverwaltung bereits gegeben. Diese
Gespräche müssen fortgesetzt werden.

Zu 6. In der Relation Falkensee -Berlin-Hauptbahnhof nutze ich die Bahnverbindung häufiger, zwischen
Falkensee und Potsdam eigentlich nie. Natürlich fließen die gesammelten Eindrücke – z.B. übervolle Wagons
im Berufsverkehr, im Regen wartende Passagiere auf dem Bahnhof, schlechte Luft in den Zügen und
Unpünktlichkeit, aber auch die Schnelligkeit der Verbindung – in Gespräche und politische Entscheidungen mit
ein. Diese Eindrücke sind wichtig, um bei Diskussionen mit dem VBB, der Deutsche Bahn AG oder der
Landesregierung authentisch argumentieren zu können.

BM-Kadidatin Daniela Ziessnitz (CDU) zu den Fragen des Aktionsbündnisses

Zu 1)
Der SPNV im Regionalverkehr besteht zur Erschließung der äußeren und engeren
Peripherie Berlins sinnvollerweise aus unterschiedlich schnellen „Verkehrsmitteln“
auf unterschiedlich langen Strecken. Dabei erschließen die RE-Linien die äußere Pe-
ripherie Berlins in möglichst kurzer Reisezeit mit aus diesem Grund möglichst langen
Abständen zwischen den Haltepunkten. Die RE-Linien haben vorrangig nicht das
Ziel, Fahrgäste der engeren Peripherie (also aus dem Bereich bis Nauen) nach Berlin
zu befördern. Dafür sind die RB-Linien gedacht. Die S-Bahn wiederum dient dem
kleinteiligen Verkehr innerhalb des Berliner Stadtgebietes.

Der RE-Verkehr hat einige Zeit RB-Funktion wahrgenommen, weshalb nach dem
Wegfall der Haltepunkte Brieselang, Finkenkrug, Seegefeld und Albrechtshof dies als
Verlust betrachtet werden musste, zumal die RB den Verlust nicht adäquat aufgefan-
gen hat (Endhalte in Spandau bzw. Charlottenburg).

Selbstverständlich wäre es wünschenswert, dass die Züge der RE-Linie 4 wieder an
allen o. g. Bahnhöfen halten. Realistisch und dem Sinn der RE-Linien entsprechend
ist dies aber vermutlich nicht. Stattdessen ist es erforderlich, den RB-Verkehr zu
verbessern und auf der Strecke der Berliner Stadtbahn zu einem mindestens halb-
stündigen Takt in das Berliner Stadtzentrum zu kommen. Die ganztägige Durchbin-
dung sowohl der RB 10 als auch der RB 14 über die Stadtbahn ist und wird deshalb
das Ziel meiner Arbeit sein. Dabei sollte die Verlängerung der RB 10 mindestens bis
Berlin- Charlottenburg mit direktem Anschluss an die RE 7 als Mindestvoraussetzung
angesehen werden. Eine Verlängerung bis zum Bahnhof Friedrichstraße oder sogar
bis Berlin-Ostbahnhof sollte die Maximalforderung sein, damit dem umfangreichen
Pendlerverkehr Rechnung getragen wird.

Zu 2)
Eingangs möchte ich feststellen, dass die CDU- Falkensee die einzige Partei in Fal-
kensee ist, die seit Jahren eine klare und eindeutige Haltung Pro Regionalbahn be-
zogen hat und dies auch immer öffentlich gegen jede Kritik verteidigt hat.

Um die gestellte Frage beantworten zu können muss man sich jedoch erst einmal mit
einer Vorfrage auseinandersetzen: Was erwarte ich als Pendler von einem öffentli-
chen Verkehrsmittel, damit ich es gegenüber anderen Verkehrsmitteln bevorzuge?
Die Antwort muss höchstwahrscheinlich lauten: Es muss schnell, möglichst umstei-
gefrei und komfortabel sein. Alle diese Kriterien erfüllt die Regionalbahn, nicht jedoch
die S-Bahn. Deshalb kann ich die Pläne für einen S-Bahn- Bau nicht unterstützen.

Wie in der Antwort zu 1) erwähnt, dient der S-Bahn-Verkehr der kleinteiligen Er-
schließung des Berliner Stadtgebietes. Eine Verlängerung der S-Bahn-Linien in das
Umland bewirkt durch die entsprechend der Zielstellung sehr kurzen Haltestellenab-
stände eine erhebliche Verlängerung der reinen Fahrtzeiten für alle Pendler/innen;
insbesondere für die Pendler/innen aus dem Bereich hinter Falkensee/Finkenkrug
verlängern sich die Fahrtzeiten noch zusätzlich aufgrund von Umsteigezeiten. Damit
wird deutlich, dass ein S-Bahn-Bau bis Falkensee oder Finkenkrug keine schnelle
Verbindung in das Berliner Stadtzentrum gewährleisten kann. Auch im Vergleich mit
den Fahrzeugen der RB-Linien wären Abstriche beim Komfort (z. B. WC) und bei der
Sicherheit (personalbegleitet) zu verzeichnen. Mithin könnte die S-Bahn allenfalls als
Ergänzung zu einem gut ausgebauten RB-Verkehr dienen. Dies ist jedoch vor dem
Hintergrund rückläufiger Regionalisierungsmittel, aus denen übrigens auch die S-
Bahn finanziert wird, und aufgrund der Haltung Berlins, keine Parallelverkehre finan-
zieren zu wollen, absolut unrealistisch. Wahrscheinlicher ist vielmehr, dass nach ei-
nem S-Bahn-Anschluss der RE- und RB-Verkehr ausgedünnt, wenn nicht gar abbe-
stellt werden würde, um der unattraktiven S-Bahn zu mehr Wirtschaftlichkeit zu ver-
helfen.

Das ist absurd! Da würden Investitionen durch die öffentliche Hand (egal ob Bund
und/oder Länder) in erheblicher Millionenhöhe getätigt, um hinterher ein schlechteres
Nahverkehrsangebot zu haben, das die Menschen wieder verstärkt zum Umstieg auf
das Auto „zwingen“ wird oder möglicherweise auch zu einer „Landflucht“ führen wird.
Das ist unverantwortlich. Da nach meiner Überzeugung der Bau einer S-Bahn bis
Falkensee/Finkenkrug zu einer Verschlechterung des Regionalverkehrs führen wird,
lehne ich dieses Vorhaben ab.

Zu bedenken sind darüber hinaus die weiteren Folgen, die eine Verschlechterung
des Regionalbahnverkehrs zu Lasten der S-Bahn bei einer Verlängerung bis Falken-
see mit sich bringen würde:

– Der Kraftfahrzeugverkehr nicht nur durch Falkensee wird deutlich zu-
nehmen, da aufgrund der nunmehr schlechten Anbindung viele ehema-
lige Bahnnutzer wieder auf das eigene Auto zurückgreifen werden.
– Rund um den Bahnhof Falkensee wird zu den Hauptverkehrszeiten ein
nicht beherrschbares Verkehrschaos entstehen.
– Der Bahnhof Falkensee wird überfüllt sein.

Mit attraktivem öffentlichem Personennahverkehr hat das nichts mehr zu tun.

Zu 3)
Als Bürgermeisterin werde ich mich bei den Aufgabenträgern des SPNV (Länder
Brandenburg und Berlin) und des übrigen ÖPNV (Landkreis Havelland) dafür einset-
zen, dass das Regionalbahnangebot an Attraktivität gewinnt. Dazu gehört für mich
ganz klar die Einflussnahme u.a. auf die Streckenhalte, Taktzeiten, Betriebszeiten,
abgestimmte Umsteigemöglichkeiten, Pünktlichkeit und die Endhaltepunkte.

Die dauernden Positionswechsel der SPD zu diesem Thema beispielsweise lassen
keine klare Linie erkennen. Verunsicherung ist die Folge. Das schadet der Sache.
Das Thema der Bahnanbindung ist zu wichtig, als dass man es von Verwaltungsseite
so stiefmütterlich behandeln darf, wie es die letzten Jahre von Seiten des Bürger-
meisters erfolgt ist. Ein/e Bürgermeister/in muss für die Bürgerinnen und Bürger
glaubwürdig und berechenbar sein. Ich will Politik aktiv gestalten und nicht nur einen
bestehenden Zustand verwalten. Ich sehe es deshalb als meine Aufgabe an, als Ver-
waltungschefin die Impulse zu geben. Dabei ist mir der Rat von Fachleuten vor Ort
sehr wichtig.

Als Stadtverordnete habe ich mich mehrfach sowohl öffentlich, als auch über parla-
mentarische Gremien (Anfragen im Landtag und im Bundestag über unsere Wahl-
kreisabgeordneten initiiert) für eine Verbesserung des Regionalbahnangebotes ein-
gesetzt. Auch ist es mir zusammen mit dem CDU- Stadtverband gelungen, am 21.5.
2005 einen Landesparteitagsbeschluss zu dem von uns eingebrachten Antrag zum
Erhalt der RB 10 zu erwirken.

Mit den CDU-Landtagsabgeordneten bin ich gemeinsam mit unserer Landtagsabge-
ordneten Barbara Richstein im Gespräch, um diese für die Pendler-Probleme im Ha-
velland zu sensibilisieren und möglichst für eine auskömmliche Finanzierung zu sor-
gen. Meine Kontakte gehen auch in Richtung Berliner CDU-Abgeordnete, da hier m.
E. nur eine länderübergreifende Zusammenarbeit Erfolg verspricht. Ferner bestehen
seit Jahren enge Kontakte zu den CDU- Kommunalvertretern in Berlin-Spandau und
Brieselang, mit welchen wir unsere Zielvorstellungen und Aktionen im Vorfeld ab-
stimmen.

Meine Mitarbeit im Aktionsbündnis Pro Regionalverkehr im Osthavelland ist von der
gleichen Motivation geprägt.

Zu 4)
Grundsätzlich bin ich der Auffassung, dass gemeinde- und landkreisübergreifende
Arbeitsgemeinschaften sinnvoll sein können, da man sich damit u. a. stärkeres Gehör
gegenüber Entscheidern verschaffen kann, denn auch hier gilt, dass man nur ge-
meinsam etwas erreichen kann. Sie dienen aber auch dazu, sich tiefer gehende
Sachkenntnisse anzueignen. Deshalb werde ich auch wegen der hohen Bedeutung
des Themas in der Arbeitsgruppe wieder vertreten sein, aber auch Wert darauf le-
gen, dass konkrete Arbeitsergebnisse erzielt werden.

Zu 5)
Insbesondere auf dem Gebiet der Pünktlichkeit gibt es bei der Regionalbahn noch
Verbesserungspotentiale (was zwischenzeitlich übrigens auch für die S-Bahn gilt).
Nach meiner Auffassung müssen pünktliche, saubere und nach Möglichkeit klimati-
sierte Züge auch im RB-Verkehr Standard sein. Die Qualitätskriterien der DB müssen

sich an den Kundenwünschen messen lassen. Die Stadtverwaltung sollte diesbezüg-
lich von Zeit zu Zeit eigene Erkundigungen einziehen und Kunden befragen, um ggf.
gegenüber der DB Regio tätig werden zu können. Bei massiven Beschwerden sind
Kürzungen der Entgeltleistungen des Landes an die DB angebracht und werden von
mir als Bürgermeisterin angestoßen werden. Im Übrigen gilt das unter 3) gesagte.

Zu 6)
Da ich die Bahn nach Berlin-Alexanderplatz täglich nutze, bin ich unmittelbar von ei-
nem gut funktionierenden RB-Angebot abhängig. Der Bahnhof Falkensee liegt mei-
nem Wohnort am nächsten, und so kann ich auch das RE-Angebot nutzen. Ich weiß
aber ebenfalls aus eigener Erfahrung, wie ungünstig die Taktzeiten teilweise auf den
nicht vom RE angefahrenen Bahnhöfen sind. Insbesondere die Umsteigezeiten ab
Spandau in Richtung Nauen sind nicht optimal abgestimmt. Zu bestimmten Tageszei-
ten ist darüber hinaus die drangvolle Enge in den RB-Zügen belastend. Oft gibt es
nur Stehplätze bis Zoo. Beispielsweise könnte eine häufigere Taktfrequenz hier Ab-
hilfe schaffen.

Wenn man wie ich und viele andere Berufspendlerinnen und Berufspendler täglich
die Bahn nutzt, weiß man aus eigenem Erleben, wo die Nutzer „der Schuh drückt“.
Planungen vom „Grünen Tisch“ sind da wenig hilfreich. Es ist besser, wenn man die
tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort kennt. Ich darf behaupten, dass ich als Berufs-
pendlerin weiß, was ich in Bezug auf die Bahnanbindung sinnvoller Weise fordere
und im Interesse der Bahnnutzerinnen und Bahnnutzer verändern möchte.