BM-Kandidat Dietmar Strehl (BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN) zu den Fragen des Aktionsbündnisses

Dietmar Strehl – Bürgermeisterkandidat Bündnis 90/DIE GRÜNEN

1. F.: Derzeit halten die Züge der RE-Linie 4 zwischen Nauen und Spandau nur in
Falkensee, nicht aber in Brieselang, Finkenkrug, Seegefeld und Albrechtshof. Wie
stehen Sie zur Frage zusätzlicher Regionalexpress-Halte auf dieser Strecke? Auf
welche Weise würden Sie sich ggf. dafür einsetzen? Auf welche Weise haben Sie dies
ggf. bereits getan? Sollten zusätzliche RE-Halte nicht durchsetzbar sein, würden Sie
sich dann für eine Verlängerung der überall haltenden RB-Züge, die jetzt in Spandau
enden, zum Berliner Stadtzentrum einsetzen?

A.: Um mit einem alten Merkspruch der Grünen anzufangen aus der Zeit, als die Halte
des Regionalexpress (RE) an den genannten Haltestellen gestrichen wurden: die besten
Züge nützen nichts, wenn man sie nicht auch anhalten lässt, um die Menschen aus- und
einsteigen zu lassen.
Aber die Sache ist komplizierter: Die Regionalbahn (RB) sammelt Fahrgäste in der
Fläche, der RE verbindet Knotenpunkte und die großen Städte. Dort – also in unserem
Fall in Berlin – gibt es ein Nahverkehrssystem (S-Bahn, U-Bahn, Tram, Bus). Wenn man
nun den RE zu oft halten lässt, wird er für seine eigentliche Aufgabe zu langsam. Man
muss ja auch an die Menschen in Rathenow oder Friesack denken. Unsere Vorschläge
laufen deswegen auf die Einführung eines Stadtexpress (oder SX) hinaus, der den
„inneren Verflechtungsraum“, d.h. den „Speckgürtel“ mit Berlin verbinden soll. Um das
optimal zu können muss dieser Zug bestimmte Qualitätsmerkmale haben: verlässlicher
Taktfahrplan, Halte an allen Haltestellen im Verflechtungsraum, in der Stadt aber nur an
den Knotenpunkten mit dem städtischen Verkehrsnetz, Durchbindung durch die Stadt,
hohes Beschleunigungs-, Brems- und Geschwindigkeitspotential (Vmax = 160 km/h),
Klimaanlage, Toiletten, viele Sitzplätze, Barrierefreiheit, Fahrrad- und
Kinderwagenmitnahme. So etwas gibt es im Ruhrgebiet, in München, Zürich, Stockholm.
So etwas brauchen wir hier auch. Man kann das mit der Verbesserung der RB beginnen,
aber die muss mittelfristig schneller und besser werden.

2. F.: Wie stehen Sie zu den Plänen für einen S-Bahn-Bau bis Falkensee oder Finkenkrug?
Falls Sie dieses Projekt grundsätzlich befürworten sollten, würden Sie dafür auch
Einschränkungen des Regionalbahnverkehrs in Kauf nehmen und wenn ja, in welchem
Umfang?

A.: In Berlin heißt „S-Bahn“ traditionell „Gleichstrom-S-Bahn“. Wir glauben, dass diese S-
Bahn in der Stadt hervorragend ist, je weiter sie aber fahren muss, desto weniger kann
sie die heutigen Anforderungen erfüllen (siehe Punkt 1). Die Verlängerung der
klassischen S-Bahn über Spandau hinaus nach Falkensee würde einen zweistelligen
Millionenbetrag kosten und schließlich zu einem Rückgang der Fahrgastzahlen im
östlichen Havelland führen; das hat ja das Gutachtachten der Verkehrsministerien
ergeben. Deshalb bin ich dagegen. Im Ergebnis würden wiederum mehr
HavelländerInnen das Auto für die Fahrt nach Berlin nutzen. Das kann auch nicht im
Sinne der Anwohner in Berlin sein.

3. F.: Was würden Sie als Bürgermeister(in) tun, um das Regionalbahnangebot für
Falkensee, Finkenkrug und die übrigen Bahnhöfe im Osthavelland mindestens zu
erhalten, möglichst aber zu verbessern? Was haben Sie dafür bereits getan?

A.: Innerhalb der Grünen Partei arbeiten die Landesarbeitsgemeinschaften für Verkehr
in Brandenburg und Berlin intensiv an diesem Thema. Wir haben dazu hier in Falkensee
eine Veranstaltung gehabt, die LAGen haben einen Workshop veranstaltet, ein weiterer
soll folgen. Die Ergebnisse sind den Fachministerien vorgestellt worden. Wir versuchen
die Fachdebatte voranzubringen und die Arbeitsgruppen in den Ministerien zu
überzeugen. Das ist das steinige Pflaster, auf dem sich eine Oppositionspartei (das sind
wir in beiden Bundesländern) bewegt.

4. F.: Wie bewerten Sie die Entscheidung des scheidenden Bürgermeisters, wegen des
damit verbundenen Arbeitsaufwands aus der Arbeitsgemeinschaft der Gemeinden
entlang der RE-Strecke Berlin Wittenberge auszutreten? Würden Sie dies als
Bürgermeister(in) wieder rückgängig machen?

A.: Strukturentwicklung – der Schienenverkehr ist ein Teil davon – hat immer zwei
Aspekte: was ist für meinen Ort das Beste und die übergeordnete Perspektive.
Demokratisch kann hier nur der Interessenausgleich Lösungen bieten. Deswegen sind
solche Arbeitsgemeinschaften wichtig. Da müssen neue Ideen und Konzepte
überzeugen. Deswegen muss eine Stadt wie Falkensee dabei mitarbeiten. Ich kann im
Moment nicht übersehen, ob man so etwas nicht auch an eine Initiative wie
„ProRegionalverkehr“ mit Sachverstand und Engagement delegieren kann. Der
Arbeitsaufwand kann aber kein Grund sein, nicht mitzuarbeiten.

5. F.: Würden Sie sich als Bürgermeister(in) für Pünktlichkeit und angemessenen Standard
der Züge und Bahnhöfen auf der Falkenseer Strecke einsetzen? Wenn ja, wie und auf
welcher Ebene?

A.: Ja, wobei die Arbeit an der Weiterentwicklung des öffentlichen Nahverkehrs die
entscheidende Aufgabe ist. Natürlich kann und muss man dazu auch einmal mit dem
Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) z.B. reden, aber wichtiger wäre m.E. noch,
dass auf der Ebene der Landesparlamente und -regierungen die Einsicht wächst, dass
Berlin und Brandenburg hier zu einem gemeinsamen und integrierten Konzept kommen
müssen. In allen Parteien muss die Erkenntnis wachsen, dass die Entwicklung des
öffentlichen Personenverkehrs ein essentieller Beitrag zum Klimaschutz ist. Das Ministerium
für Infrastruktur und Raumordnung (MIR) in Potsdam erarbeitet z.Zt. einen
Landesnahverkehrsplan. Das MIR hat versprochen, diesen Plan transparent und unter
Beteiligung der fachlichen und politischen Akteure zu erstellen. Da werden wir uns
einschalten, um für das östliche Havelland optimale Lösungen zu bekommen.

6. F.: Benutzen Sie selbst den Regionalverkehr von oder nach den Falkenseer Bahnhöfen,
wie sind Ihre Erfahrungen damit und auf welche Weise würden diese ggf. in Ihre Arbeit
als Bürgermeister(in) einfließen?

A.: Ich nutze den Regionalverkehr nach Berlin täglich vom Bahnhof Seegefeld und bin wie
viele andere NutzerInnen schon durch die Bahn“hölle“ gegangen. Sei es die ständigen
Verspätungen, die nicht wirklich durch den neuen Hauptbahnhof besser geworden sind, sei
es die unmöglichen Klimaverhältnisse in den Zügen im Sommer. Ein erster Lichblick ist
endlich das Verbot des Rauchens in den Zügen. Auch wenn ich kein dogmatischer
Nichtraucher bin, war die Situation mit den sogenannten Raucherabteilen unerträglich für
die Nichtraucher. Ich will anmerken, dass ich eine deutliche Verbesserung der
Freundlichkeit der BahnbegleiterInnen in den letzten Jahren gespürt habe. Nicht gelöst ist
das ärgerliche Problem des Vandalismus auf den Bahnhöfen. Das ist aber aus meiner Sicht
nicht alleine Sache der Bahn.

Mit freundlichen Grüßen

Dietmar Strehl

BM-Kandidat Torsten Bathmann (FDP) zu den Fragen des Aktionsbündnisses

Falkensee sowie das gesamte östliche Havelland zwischen Nauen und Spandau bieten wie kaum eine andere Region in Brandenburg attraktive Lebens- und Arbeitsbedingungen. Diese hängen essentiell von einem optimalen Regionalverkehrsangebot und einer guten Verkehrs-anbindung des östlichen Havellandes an Spandau und das Berliner Zentrum ab.

Darüber hinaus lassen sich durch ein attraktives Nahverkehrsangebot wichtige ökologische Ziele erreichen. Gerade in Hinblick auf die Umweltbelastung durch zunehmenden Autover-kehr, sowie die Einschränkungen für PKV und LKW im Berliner Innenstadtverkehr (vor allem infolge der EU-Feinstaubrichtlinie) müssen sich die politisch Verantwortlichen in den Kom-munen des östlichen Havellandes, im Landkreis Havelland sowie im Land Brandenburg und im Bund für ein sehr gutes Regionalverkehrsangebot einsetzen.

In Hinblick auf die nun anstehende Bürgermeisterwahl in Falkensee und die in diesem Zu-sammenhang gestellt Frage nach Möglichkeiten der Verbesserung des Regionalverkehrsan-gebots möchte ich grundsätzlich feststellen, dass Aufgabenträger für den Schienenperso-nennahverkehr das Land Brandenburg und für den Busverkehr, einschließlich der Schülerbe-förderung, der Landkreis Havelland ist. Der Bürgermeister von Falkensee kann nur mittelbar Einfluß ausüben, nämlich indem er als Bittsteller gegenüber dem Land Brandenburg und dem Landkreis Havelland auftritt.

Maßgebliche Ansprechpartner für eine Verbesserung des Schienenpersonennahverkehrs sind das Brandenburgische Infrastrukturministerium, sowie SPD und Union im Land und im Kreis, wo beide Parteien in sogenannten „großen Koalitionen“ miteinander regieren. Deren fehlerhafte Politik, sei es durch Kürzung der Regionalisierungsmittel, sei durch Untätigkeit gegenüber der Deutschen Bahn, hat zu der nun angespannten Lage im Regionalverkehr im östlichen Havelland geführt. Die Taktausdünnung im SPNV nach dem letzten großen Fahr-planwechsel im Mai 2006 ist ebenfalls das Ergebnis der Politik von SPD und Union im Bund und im Land.

Das nun im Falkensee Bürgermeisterwahlkampf beginnende Schwarze-Peter-Spiel zwischen Union und SPD, dass nämlich jeweils der andere für die Missstände verantwortlich sei, wäh-rend man selber nur die Verbesserungen bewirkt habe, muß zugunsten einer konstruktiven Regionalverkehrspolitik aufhören.

Zu den Fragen:

1. Die Züge der RE-Linie 4 halte ich für eine der wichtigsten Verbindungen Falkensees mit dem Berliner Stadtzentrum. Keine andere Zugverbindung ermöglicht so kurze Verbindungswege. Die wenigen Zwischenhalte in Spandau und am Bahnhof Jung-fernheide ermöglichen das Erreichen des Stadtzentrums in ca. 15 Minuten. Die Ein-richtung dieser Linie mit dem Sommerfahrplan 2006 stellt eine erhebliche Verbesse-rung des Nahverkehrsangebots in Falkensee dar.
Insofern weitere Halte der Züge der RE 4 den Betriebsablauf nachfolgender Züge nicht stören, sollte man auch aufgrund des großen Berufspendleraufkommens über zusätzliche Halte in Albrechtshof und Brieselang nachdenken. Hierzu müsste das Gespräch mit dem Infrastrukturministerium Brandenburg gesucht werden.
Natürlich wäre auch eine Verlängerung der RB 14 von Falkensee über Spandau nach Berlin Hauptbahnhof hinaus sehr wünschenswert. Das hängt jedoch maßgeblich von der Kooperationsbereitschaft des rot-roten Senats in Berlin ab. Der scheint jedoch ei-nen Parallelbetrieb von Regional- und S-Bahn zwischen Spandau und Charlottenburg abzulehnen.

2. Ich halte den S-Bahn-Lückenschluss zwischen Spandau und Falkensee für richtig. Beispiele anderer brandenburgischer Kommunen wie etwa Teltow zeigen, dass eine solche Maßnahme die Qualität des Nahverkehrsangebots erheblich steigern kann. Darüber hinaus zeigen die Bemühungen von Unions- und SPD-Landtagsabge-ordneten in Velten und Rangsdorf, dass der S-Bahn-Lückenschluss zwischen Berlin und Brandenburg auch andernorts eine attraktive und sehr begehrte Ergänzung des RE- und RB-Angebots darstellt.
Die S-Bahn ist jedoch nicht nur eine Verstetigung der Verbindung zwischen Falken-see und Spandau, die auch eine Taktverdichtung ermöglichen würde. Sie wäre auch ein Beitrag zur Verkehrsverflechtung von östlichem Havelland mit Berlin. Wün-schenswert ist natürlich eine Verlängerung der S-Bahn-Linie über Falkensee hinaus nach Finkenkrug. So könnte der Verkehr innerhalb Falkensees verdichtet werden. Das wäre ein wichtiger Beitrag für die Verbesserung der Verbindungen in das sich entwickelnde Stadtzentrum Falkensees mit neuem Gesundheitszentrum, CAMPUS-Sporthalle sowie den schulischen Einrichtungen wie Europa- und Diesterwegschule.
Freilich muß die S-Bahn eine Ergänzung des bestehenden Regionalbahnverkehrs sein. Eine Einschränkung des Regionalbahnverkehrs zugunsten der S-Bahn wäre nicht nur für Falkensee, sondern auch für die Nachbarkommunen ein Rückschritt.

3. Der Bürgermeister von Falkensee hat keinen direkten Einfluß auf die Gestaltung des Regionalbahnangebots. Als Bürgermeister würde ich zunächst die Landtagsabgeod-neten Barbara Richstein (CDU) und Heiko Müller (SPD) auffordern, sich endlich kon-sequent bei der von ihnen mitgetragenen Landesregierung für eine Verbesserung des Regionalbahnangebots einzusetzen. Darüber hinaus würde ich das intensive Gespräch mit betroffenen Bürgern und Bürgerinitiativen, sowie Parteien in Falkensee und Umland suchen, um die Möglichkeit von Konsenslösungen auszuloten. Dabei ist es auch notwendig, externe Berater und Experten zu Rate zu ziehen.

4. Die Entscheidung des scheidenden Bürgermeisters, sich aus der Arbeitsgemein-schaft der Gemeinden entlang der RE-Strecke Berlin-Wittenberge zurückzuziehen, kenne ich nicht und kann ich nicht bewerten. Ebenso kann ich nicht bewerten, in wel-chem Verhältnis Arbeitsaufwand und Ergebnisse in dieser Arbeitsgemeinschaft zu-einander stehen. Grundsätzlich bin ich für kommunenübergreifende Zusammenarbeit. Das gilt für alle Bereiche, sei es Wirtschaft, Bildung, Soziales und eben auch Verkehr. Arbeitsgruppensitzungen als Selbstzweck lehne ich ab.

5. Natürlich sind Pünktlichkeit und eine bürgergerechte Bahnhofsgestaltung wichtige Bestandteile eines optimalen Nahverkehrsangebots. Je attraktiver der Bahnhof und das Bahnhofsumfeld, desto attraktiver auch die Bahn als alternatives Verkehrsmittel zum Auto. Gleiches gilt für die Pünktlichkeit. Die Pünktlichkeit der Bahn ist ein not-wendiger Bestandteil der Kundenorientierung der Bahn. Nach wie vor fehlt – trotz mancher Verbesserung in den letzten Jahren – die notwenige Dienstleistungsmentali-tät bei der Bahn. Die Bahn ist keine Behörde, sondern hat die Zufriedenheit der Bahnkunden sicher zu stellen.
Freilich bleibt diskutabel, was als angemessener Standard der Züge und Bahnhöfe zu gelten hat. Als Liberaler befürworte ich flexible Lösungen, die zuerst und vor allem dem Bedürfnis der Bürger und Bahnkunden Rechnung tragen.

Zu 3., 4. und 5. gilt zu beachten:

Ein wichtiger Faktor für mehr Kundenorientierung und Verbesserung des Regional-bahnangebots ist es, mehr Wettbewerb auf die Schiene zu bringen. Als Bürgermeis-ter von Falkensee werde ich in 3 Jahren dafür Sorge tragen, dass das Land Bran-denburg nicht wieder 10-Jahres-Verträge mit der Bahn abschließt, die sowohl dem Land als auch den Bahnkunden die Wahlmöglichkeiten nehmen. Die Ausschreibung von Strecken und die Einbeziehung von Privatbahnen können bei strengen Auflagen und Gewährleistung von Qualitätsstandards dem Kunden nützen. Die Kunden müs-sen zwischen Bahnangeboten wählen dürfen; die Bahnkunden können durch ihre Wahl das schlechte Angebot abstrafen. Mehr Wettbewerb auf der Schiene nützt zu-nächst dem Bahnkunden.

6. Ich selbst pendle täglich zwischen Wohnort und Arbeitsplatz mit dem Regionalver-kehr. Dabei habe ich festgestellt, dass mit der neuen RE 4 die Anbindung an das Ber-liner Zentrum sich erheblich verbessert hat. Freilich bleibt die lange Streckenführung zwischen Wittenberge und Berlin ein Problem, da dadurch das Risiko von Verspätun-gen steigt.
Weiterhin ist ein Problem, dass zwischen 0 und 4 Uhr kein Regionalverkehr zwischen Berlin und Falkensee existiert. Da sollte das Gespräch mit Berlin gesucht werden, um zu einer kooperativen Lösung zu kommen.
Die Gestaltung eines angenehmen Bahnhofsumfeldes ist wichtiger Bestandteil einer positiven Stadtentwicklung. Allerdings wird die Zahl der Bahnfahrer aller Voraussicht nach in den nächsten Jahren noch zunehmen. Das wird die Frage nach geeigneten Park-&-Ride-Plätzen aufwerfen. Hier werde ich frühzeitig Planungen in die Wege lei-ten, die sowohl dem Bedürfnis der Bahnfahrer als auch dem Umweltschutz Rechnung tragen. Zu denken wäre, die Stellplätze an der neu zu errichtenden CAMPUS-Sporthalle als Park-&-Ride-Plätze zu nutzen. In Finkenkrug ist die Aufgabe umwelt-schonender Maßnahmen zur Errichtung von PKW-Abstellmöglichkeit ungleich schwieriger. Hier muß dringend das Gespräch mit den Bürgern vor Ort gesucht wer-den.

BM-Kandidat Mike Krüger (parteilos) zu den Fragen des Aktionsbündnisses

Zu 1.) Es ist nicht weg zu reden, dass sich die Anbindung des Havellandes mittels Nahverkehr in den letzten Jahren merklich verschlechtert hat. Meine Position ist die, dass der Zustand von vor 5 Jahren wieder hergestellt werden muss. Falkensee macht sich auf Mittelzentrum zu werden, ein solches nimmt Aufgaben für die Region war. Ich gehe noch einen Schritt weiter und sage: nimmt Verantwortung für die Region war. Bürger ziehen raus ins Grüne um dann einige Jahre später nachdem sie umfangreiche Investitionen getätigt haben festzustellen, dass sie nur noch auf Umwegen zur Arbeit nach Berlin kommen. Für mich ist das ein Skandal. Als Stadtverordneter sind die Möglichkeiten darauf Einfluss zu nehmen eher gering. Die Stadtverordnetenversammlung hat einstimmig eine Petition an den Landtag verfasst der die Ausdünnung des Regionalbahnverkehrs verurteilt. Aber so lange selbst unsere ortsansässigen Landespolitiker, namentlich Frau Richstein und Herr Müller untätig zuschauen werden wir auf Granit beißen. Es müssen spektakuläre Aktionen her die die Medien auf die Missstände aufmerksam machen.

Zu 2.) Ich bin gegen eine Verlängerung der S-Bahn nach Falkensee. Wer glaubt wir bekämen diese ohne dass der Regionalbahnverkehr weiter ausgedünnt wird, ist ein naiver Träumer. Ich sehe auch keinerlei Vorteil in dieser Verlängerung. Die Problematik der Finkenkruger und Brieselanger bleibt davon unberührt. Die Fahrtzeit nach Spandau bleibt gleich. Und ob die Züge nun alle 20 oder 30 min fahren, dürfte wohl kaum dieses Investitionsvolumen rechtfertigen. Abgesehen davon fuhren die Regionalbahnen früher in den Stosszeiten alle 20 min.

Zu 3.) Als Bürgermeister von Falkensee würde ich mich mit den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden und den entsprechenden Verbänden zu einer Agenda zusammenschließen. Diese müsste mit Bussen zu den Beratungsterminen zwischen Land und Bahn Demonstrationen organisieren. Immer wieder und immer wieder. Anfangs würde nur der BRB darauf aufmerksam werde, Ziel muss aber sein bundesweit Aufmerksamkeit zu erzielen. Eines habe ich in meiner politischen Laufbahn erkannt, wer am lautesten schreit, erreicht am meisten.

Zu 4.) Der derzeitige Bürgermeister hat meinem Erachten nach resigniert. Dies darf man ihm nach seiner langen Amtszeit nachsehen. Irgendwann ist jeder des Kämpfens müde. Mit meiner Idee der Agenda habe ich die Frage beantwortet.

Zu 5.) Ich denke über solche Selbstverständlichkeiten sollte Parteiübergreifender Konsens bestehen. Dennoch sage ich ganz deutlich, solche Ziele können anvisiert werden wenn die Hauptprobleme beseitigt sind. Und der Hauptfokus muss die Wiedereinsetzung einer funktionierenden Anbindung auch für die umliegenden Gemeinden sein.

Zu 6.) Ich selbst benutze die Bahn nur wenn ich am Wochenende zu Veranstaltungen nach Berlin fahre. Aber meine Lebensgefährtin nutzt diese täglich. Und somit kann ich auf ihre negativen Erfahrungen zurückgreifen. Ich setze einfach nur das Stichwort Pünktlichkeit. Wenn man dazu den Fahrpreis in Relation setzt, so weiß ich nicht von welchem Gewerke man sich sonst noch derartige Frechheiten bieten lassen würde.
Gegenüber diesem Monopol und der Unfähigkeit der Landesregierung dagegen vorzugehen kann das Gefühl der Ohnmacht einen ergreifen. Aber ich glaube fest daran, dass wenn Menschen sich zusammenschließen unter einer schlagkräftigen Führung auch scheinbar unmögliche Veränderungen herbeigeführt werden können. Ich habe den Fall der Mauer noch nicht vergessen.

Kulturveranstaltungen im Bürgerhaus

Bürgerhaus Finkenkrug, Feuerbachstr. 23

Anfahrt 

Beginn der Veranstaltungen jeweils 20.00 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr

Reservierungen unter Tel.: 03322/ 12 47 310 oder info@buergerverein-finkenkrug.de
Bis 10 Minuten vor der Veranstaltung nicht abgeholte Karten gehen in den freien Verkauf an der Abendkasse.

Künstlerkontakt: Ines Gordon
eMail: ines.gordon@web.de

Bahn-AG: Abendloch im Fahrplan entfällt

Bis vor kurzem mussten sich bahnfahrende Besucher von Berliner Abendveranstaltungen aus Falkensee und Brieselang nach der Veranstaltung sputen, noch die Regionalbahn zu erwischen, die 22:26 Uhr von Hauptbahnhof über die Stadtbahn nach Nauen fährt. Denn der nächste Zug über die Stadtbahn fährt erst eine Stunde später, um 23:26. Vier Minuten vorher, also um 23:22, fuhr aber ein weiterer Zug nach Nauen von Hbf. tief, auch mit Halten auf allen Unterwegsbahnhöfen! Auf Anregung von PRO Regionalbahn Osthavelland wurde nun die Fahrplanlage dieses Zuges vorverlegt. Er fährt jetzt bereits 23:04 ab Hbf. Tief und somit ab Spandau genau zwischen den beiden Regionalbahnen, die über die Stadtbahn fahren. Damit ergibt sich ab Spandau ein Halbstundentakt, der in Falkensee und Finkenkrug (durch zusätzliche Halte der RE 6 zu späterer Stunde) einen täglichen Halbstundentakt stadtauswärts bis nach Mitternacht ergibt (ggf. mit Umsteigen in Spandau vom RE 2). Man muss also nicht mehr kurz vor dem Finale aus dem Konzert hetzen, – wenn man gut mit Fahrplänen ausgestattet ist. Denn die Bahn hat es bislang versäumt, einen Fahrplan mit dem Gesamtverkehr nach Nauen zu drucken, der auch die Umsteigeverbindungen von der stündlich verkehrenden RE 2 auf die RB 10 und RE 6 enthält. Wer bereits schon am Alex, Friedrichstraße, Ostbahnhof, Potsdamer Platz oder Südkreuz in die Bahn steigen will, muss sich seine Verbindungen auch selber zusammen stellen, denn diese Bahnhöfe sucht man in der Gesamtverkehrsübersicht vergeblich.

Detlef Hardorp

Das Berliner Duo Kelpie gastierte am 10. Juni 2007 im Bürgerhaus

Kelpie
Das Duo Kelpie: Kerstin Blodig und Ian Melrose

Celtic-Scandinavian World-Music

Eine Stimme, so klar wie norwegisches Fjordwasser – die Flöte wie der Hauch eines Nebels über den schottischen Highlands, dazu zwei ideal harmonierende virtuose Gitarren. „The Celtic-Scandinavian Dream Team“ – Kerstins und Ians regelmäßige Zusammenarbeit erstreckt sich über zwölf Jahre in verschiedenen Projekten, u.a. als Norland Wind (mit Padraig und Noel Duggan von Clannad) und Talking Water. Ihre gemeinsame Leidenschaft für ausgefeilte Arrangements, außergewöhnliche Harmonien und Rhythmen in Verbindung mit keltischen und skandinavischen Liedern ließ sie 1998 Kelpie gründen. Ians melodische Fingerpicking-Gitarre zusammen mit Kerstins groovigem Plektrumgitarrenspiel bilden die Basis für die leichtfüßig vorgetragene Balladen von Trollen und anderen Wassergeistern, pfiffig-fetzig arrangierte Reels und Hallings mit viel Spaß an spontanen Ideen und Improvisationen. Kelpie tourt regelmäßig in Europa und Nordamerika vor einem immer wachsenden begeisterten Publikum. Die bereits in Europa und Asien erschienene CD Kelpie ist weltweit auf dem renommierten amerikanischen Label Alula veröffentlicht. Die neue CD Var det du – var det deg? erscheint 2007 bei Westpark Music.

KERSTIN BLODIG (Gesang, Gitarre, Bouzouki, Mandoline, Bodhrán) gilt international als eine der wichtigsten Interpretinnen skandinavischer und keltischer Weltmusik. Als Gründungsmitglied der Gruppen Touchwood, Norland Wind und Talking Water, erstreckt sich ihre musikalische Kreativität über eine große Bandbreite. Ihre norwegischen Wurzeln zeigt sie nicht nur mit Kelpie, sondern auch in ihrem Soloprogramm und in Großbesetzung als Valivann. Ihre Solo CD Trollsang (Westpark Music) setzt sogar noch höhere musikalische Maßstäbe als ihr Debutalbum Valivann, das 2002 mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurde und in Nordamerika bei dem renommierten Worldmusic label Allegro erschienen ist. Kerstin ist seit neuestem offizielle Vertreterin von Gibson Guitars.

IAN MELROSE (Gitarre, Gesang, Low Whistle, Seljefløyte) aus Schottland ist ein renommierter Gitarrist, Komponist und Arrangeur der europäischen Akustikszene. Neben zahlreichen Live – und Studioprojekten, u. a. mit Clannad (Welttournee, Grammy-Award-winning CD Landmarks), mit Kerstin in Kelpie, Norland Wind und Talking Water, mit The Duggans (Produzent, Arrangeur und Musiker des Albums „Rubicon“), spielte er solo bei einigen der weltweit wichtigsten Festivals ( u.a. Montreal Jazz Festival (CAN), Celtic Connections in Glasgow/Sco.). Seine Solo CDs Wolves , Between the Sighs, A Scottish Legacy und das aktuelle Album A Shot in the Dark (Acoustic Music Records) repräsentieren seinen unverkennbaren Stil. Er ist offizieller Vertreter von DR Strings und Avalon Guitars.

Veröffentlicht unter 2007

Konzert mit „Duo Amortal“ aus Berlin am 21. April 2007

Das Duo Amortal aus Berlin spielte vor gut gefülltem Haus argentinischen Tango, osteuropäische Folklore und französische Salonmusik.

Duo Amortal

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Bettina Hartl, geboren 1977 in München, trat bereits als Mitglied des Ensembles CANTANGO BERLN im Bürgerhaus auf. Jetzt warsie mit ihrem eigenen Duo bei uns zu Gast. Sie absolvierte ein Tonmeisterstudium in der Universität der Künste Berlin mit Hauptfach Klavier und den Nebenfächern Gesang und Gitarre. Weitere beliebte Instrumente von ihr sind Bandoneon, Mandoline, Bratsche und Kontrabass. Bettina Hartl war mehrfach erste Preisträgerin bei Solo- und Orchesterwettbewerben und trat als Bandoneonistin in Konzerten (u.a. mit Klaus Gutjahr) in Deutschland und Argentinien auf.

Dariusz Blaszkiewicz, wurde 1962 in Poznan/Polen geboren. Geigenunterricht an der Universität der Künste Berlin bei Prof. Schwalbé. Mehrfacher Preisträger bei zahlreichen internationalen Violinwettbewerben. Solist und Konzertmeister bei verschiedenen Ensembles, u.a. dem RIAS-Orchester, sowie dem Barockensemble Musika da Camera mit Konzerten in Ungarn, Italien, Österreich, Polen und der Schweiz.

Rumänische Hochzeit auf dem Bandoneon
Duo Amortal begeisterte im Bürgerhaus

Falkensee – Nach den ersten Stücken wähnte man sich einem Kammerorchester lauschend. Virtuos und leidenschaftlich wusste Bettina Hartl dem Bandoneon die Töne zu entlocken. Kongenial begleitete Dariusz Blaszkiewicz auf der Geige. Die Klangfülle der beiden Instrumente ließ das Publikum im gut gefüllten Bürgerhaus staunen. Charmant führte Bettina Hartl durch das reich gefüllte Programm. Vor allem das Bandoneon stand im Mittelpunkt der musikalischen Reise. So erfuhren die Zuhörer, dass der Name des Instruments nach dem deutschen Heinrich Band benannt ist. Seeleute brachten es nach Lateinamerika und wurde dort das Hauptinstrument des Tangos. Anfang des letzten Jahrhunderts kehrte es mit neuer Spieltechnik zurück in die Heimat.
Melancholisch, romantisch und auch ungewöhnlich waren die Stücke des eingespielten Duos. Die Arrangements des Abends stammten fast ausschließlich aus der Feder von Bettina Hartl.
Der erste Teil des Abends galt dem Tango. Die Stücke von Astor Piazolla, Begründer des Tango Nuevo, begeisterten das Publikum. Wobei Hartl Piazollas Kompositionen für ein Quintett original getreu neu arrangierte und Klavier, Gitarre und Kontrabass mit dem 144-tönigen Bandoneon ersetzte. Dariusz Balskiewicz überraschte das Publikum mit ungewohnten Tönen. So ahmte er gekonnt das Zirpen argentinischer Grillen auf seiner Geige nach. Das Zusammenspiel des Duos war grandios. Klagend, fragend die Geige antworteten die Töne des Bandoneons sinnlich und leidenschaftlich.
„Jetzt kommt ein Stück, von dem wir lange auch nicht wussten, was es heißt“, kündigte Bettina Hartl an. Geschrieben wurde es für Gitarre und Querflöte. Sie hat es für das Duo neu arrangiert. „Für die Geige ist es fast unmöglich zu spielen“, ergänzt sie. Das Publikum bekam es dennoch zu hören. Titel des Stückes: „Vorsicht vor der Leitplanke“.
Zum Repertoire des Duos gehört auch osteuropäische Musik. So wähnte sich da Publikum bald auf einer rumänischen Hochzeit oder beim Csardas in Ungarn.
„Wir haben mit Tango angefangen, damit hören wir jetzt auch auf“, sagte Bettina Hartl.
Aber so leicht entließ das begeisterte Publikum im Bürgerhaus die Musiker nicht. Als Zugabe gab es den „Haifisch“ wiederum von Piazolla.
Im Anschluss wurde noch gefachsimpelt „ Ich finde, das Instrument ist ja fast nicht zu spielen“, befand Walter Schmidtsdorf, selbst leidenschaftlicher Akkordeonspieler. „Ich bin begeistertert.“
Antje Polese

Veröffentlicht unter 2007

Klassikkonzert mit dem Roloff-Quartett am 3. März 2007

Das Roloff-Quartett spielte Werke von Juan Chrisóstomo de Arriaga und Wolfgang Amadeus Mozart.


Roloff-Quartett

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Das 1997 gegründete Quartett, bestehend aus Ulrich Roloff (Flöte), Clarissa Forster-Mommert (Violine) Katharina Becker (Viola) und Reinhild Cleff (Violoncello) hat zum Mozart-Jubiläum 2006 die Flötenquartette sehr erfolgreich aufgeführt und auch eine Live-CD dieser Werke eingespielt. Zum Repertoire des Quartettes gehören auch ausgefallene Bearbeitungen, z.B. „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz“ von Joseph Haydn oder die Streichquartette von Juan Crisóstomo de Arriaga.

Ulrich Roloff (www.ulrich-roloff.de) konzertiert als Solist und Ensemblemusiker im In- und Ausland und ist Gast auf Musikfestivals und in Konzertreihen (u.a. Musiktage Salzgitter, Reihe Wartburgkonzerte von DeutschlandRadio, Reihe Potsdamer Hofkonzerte im Neuen Palais, Konzert beim Bundespräsidenten in Schloss Bellevue). Neben seiner Konzerttätigkeit widmet er sich auch kompositorischen Aufgaben. Wesentliche musikalische Prägung verdankt er der Zusammenarbeit mit seinem Vater, dem Pianisten Prof. Helmut Roloff.

Clarissa Forster-Mommert ist in verschiedenen kammermusikalischen Ensembles tätig (u.a. Trio Legato). So widmet sie sich von je her neben pädagogischen Aktivitäten im Schwerpunkt der Kammermusik, war auch zeitweise Mitglied im Ensemble Oriol. Das Violinspiel begann sie mit 9 Jahren, studierte dann später Violine bei Guido van den Bosch, Christoph Poppen (Hochschule für Musik Rheinland) und Ilan Gronich (Hochschule der Künste Berlin). Clarissa Forster-Mommert nahm an Meisterkursen im In- und Ausland teil.

Katharina Becker lebt in Berlin und hat sich vor allem der Kammermusik (u.a. Mitglied im Prinzregentenquintett, Trio Legato) und pädagogischen Tätigkeiten zugewandt. Sie erhielt mit 8 Jahren ihren ersten Geigenunterricht. Mit 18 Jahren wechselte Katharina Becker zur Bratsche und studierte dann in Freiburg i. Br. und in Berlin an der Hochschule der Künste (nunmehr Universität der Künste). Außerdem erhielt sie wichtige Impulse von Serge Collot in Paris. Das Studium begleiteten Kurse im In- und Ausland und Tourneen durch Europa und Afrika.

Reinhild Cleff lebt als frei schaffende Musikerin in Potsdam und deckt ein breites Spektrum von musikalischen Stilrichtungen ab: früh machte sie sich einen Namen als Kammermusikerin (heute u.a. Duo mit Ulrich Roloff, Trio Legato) und Continuospielerin. Auch auf dem Barockcello konzertiert sie. Daneben beschäftigt sie sich in verschiedenen Ensembles mit freier Improvisation. Reinhild Cleff ist eine sehr gefragte Lehrerin für ganz junge Cellisten. Sie studierte in den sechziger Jahren bei Richard Klemm und Enrico Mainardi.

Im Bürgerhaus standen neben Mozart auch zwei Werke von Juan Arriaga , dem „spanischen “ Mozart, auf dem Programm. Der junge Komponist geriet nach seinem frühen Tod 1826 in Vergessenheit und wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts wiederentdeckt. Stilistisch stehen seine Streichquartette neben Haydn und Mozart, lassen aber auch Anklänge an den frühen Beethoven erkennen.

Es folgt ein Artikel von Antje Polese über das Konzert, veröffentlicht in der MAZ von 5. März 2007.

Mozart mochte keine Flöten – Roloff-Quartett zu Gast im Bürgerhaus

Antje Polese

Falkensee – Brennende Kerzenleuchter, Samtvorhänge vor den Fenstern und eine kleine Bühne dicht am Publikum boten den Rahmen für das erste klassische Konzert im Finkenkruger Bürgerhaus. „Die Atmosphäre hier ist wie bei einem Hauskonzert“ befand Flötist Ulrich Roloff.

Zu dem 1997 gegründeten Ensemble gehören neben dem Namensgeber, Calrissa Forster-Mommet (Violine), Katharina Becker (Viola) und Reinhild Cleff (Violoncello). Vom ersten Ton an spürte das Publikum die Harmonie der Musiker. Durch die stetige Interaktion während des Spiels passte jeder Einsatz perfekt. Heiter, entspannt und leidenschaftlich agierten sie auf der etwas zu kleinen Bühne.
Anlässlich des zehnten Jubiläums des Quartetts gab es auch Ausgefallenes. Im ersten Teil verzauberten sie mit Streichquartetten von Juan de Arriaga. Der wenig bekannte Komponist passt stilistisch zu Haydn und Mozart, lässt aber auch Anklänge an den frühen Mozart erkennen.

Ulrich Roloff ließ es nicht allein bei der Musik bewenden, sondern führte sein Publikum mit Anekdoten und Wissenswertem unterhaltsam durch Musikgeschichte. Der 1826 mit 19 Jahren verstorbene de Arriaga galt als frühreifes Talent. Bereits mit 15 Jahren komponierte er seine erste Oper und gilt daher auch als der „spanische Mozart“, war zu erfahren. Über die Musik de Arriagas erzählt Roloff dann: „Mich hat es so in den Fingern gejuckt, dass ich die Musik für die Flöte adaptiert habe.“. Die erste Geige wird dabei durch die Flöte ersetzt. Eine gelungene Idee, die die andächtig lauschenden Zuhörer im ausverkauften Bürgerhaus mit tosendem Beifall honorierten. Mozart mochte die Querflöte nicht, ob das denn zu hören sei, wollte Ulrich Roloff vom Publikum wissen. Es wurde gelauscht und gerätselt. Nein, man hört es nicht. Ob das am Flötisten oder Mozart liegt, ließ Roloff offen.

Die Nähe von Künstlern und Publikum ist ein großer Pluspunkt der Veranstaltungen im Bürgerhaus Finkenkrug. Könnte man die Flöte bei Arriaga vielleicht auch durch eine Oboe ersetzen, wurde denn in der Pause mit den Musikern gefachsimpelt. Am Ende waren Publikum und Musiker begeistert, was die Einen mit lang anhaltendem Applaus und die Anderen mit einer schwungvollen Zugabe ausdrückten. „Das war richtig schön“ befand denn auch Stefan Vielhaber, der mit neun Jahren jüngste Zuhörer des Abends.

Veröffentlicht unter 2007

Bahn-AG – Aktuell+++++ AKTUELL +++++ AKTUELL

Ein Ende des Abendlochs ist in Sicht. Zum kleinen Fahrplanwechsel im Sommer soll die Lücke zwischen etwa 22.30 Uhr und 23.30 Uhr ab Berlin-Zentrum nach Falkensee und Finkenkrug kleiner werden. Einer der beiden Züge, die derzeit ab Hauptbahnhof fast zeitgleich verkehren (23.23 Uhr und 23.26 Uhr), soll dazu etwa eine halbe Stunde vorgezogen werden. Das konnte unser Mann im Fahrgastbeirat, Detlef Hardorp, gemeinsam mit den Fahrplanern von DB Regio erreichen.

Nach Auskunft des VBB soll es zum Fahrplanwechsel im Dezember 07 auf unserer Strecke keine wesentlichen Änderungen geben. (MAZ 24.2.07)

Auf berlinfernen Strecken ist nach Auskunft der Staatssekretärin im Potsdamer Verkehrsministerium, Dorette König, mittelfristig eine weitere Ausdünnung des Schienenverkehrs zu befürchten. (MAZ, 24.2.07)
Benno König

Bahn-AG – Was bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember erreicht wurde

In den vergangenen Jahren gab es zwar eine Reihe von Verschlechterungen im Bahnangebot. Durch beharrliches Drängen konnten wir aber gemeinsam mit den Fahrplan-Experten von DB Regio auch Verbesserungen erreichen:

Seit dem Fahrplanwechsel vom Dezember 06 besteht auch in Richtung Berlin für die meisten Züge der RB 10 in Spandau Anschluss an Regionalexpresszüge ins Stadtzentrum. Das war im Mai zunächst nur für die stadtauswärts verkehrenden Züge erreicht worden.

Ebenfalls seit Dezember verkehrt ein weiterer Zug der RB 10 (der zwischen 8.00 und 9.00 Uhr) von allen Falkenseer Bahnhöfen zumindest bis Berlin-Charlottenburg. Dafür verkehrt allerdings ein Frühzug nur noch bis Spandau, was aber viel weniger Fahrgäste betrifft.

Spätzüge der Linie RE 6 (nach 22.00 Uhr) halten weiterhin auch in Finkenkrug, um Lücken im Angebot zu schließen. Diese Züge haben vom Berliner Zentrum aus Anschluss mit den RE-Zügen in Richtung Rathenow. Die RE 6 um 23.12 Uhr ab Spandau verkehrt allerdings nur freitags und samstags, die Züge um 22.12 Uhr und 0.12 Uhr aber täglich.

Benno König